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Warum die Rede von der Private Cloud kein Unfug ist March 6, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Studien, Wertschöpfung.
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Beginnen wir mit der schlechten Nachricht: James Staten von Forrester Research kommt in einem aktuellen Report zu dem Schluss, dass 70% der Private Clouds keine sind. Verdacht auf Etikettenschwindel nun auch hier. Pferdefleisch in der Lasagne? Staten nennt es CLOUD WASHING und warnt davor. Ich frage mich, ob er so etwas ähnliches wie Geldwäsche meint – also so etwas wie die “Einschleusung illegaler IT-Bestandteile in den offiziellen Cloud-Diskurs”? Wie überall gibt es auch hier die Ideologen und die Pragmatiker. Und wie meistens stehe ich irgendwie dazwischen.

Denn natürlich ist ‘Cloud’ etwas anderes als ‘Virtualisierung’. Wir wissen, dass Cloud ohne Virtualisierung nicht geht. Aber deswegen unterschreiben wir noch lange nicht den Umkehrschluss. Cloud braucht mehr – was vom National Institute for Standards and Technology (NIST mit 5 Wesensmerkmalen unterstrichen wird: on-demand, self-service for users; broad network access; shared resource pool; ability to elastically scale resources; and having measured service.

James Staten fürchtet, dass die Cloud zur Blase verkommt und platzen könnte, wenn wir alles nebulöse als Cloud bezeichnen. Und obwohl ich ihm Recht gebe, stelle ich den Merkmalen des NIST ein Definition gegenüber, die ebenso einfach und überzeugend ist.

“Cloud computing is services plus management plus automation.”
Mike Schutz, General Manager for Server and Cloud Division, Microsoft Redmond

Natürlich ist der Self-Service-Aspekt wichtig. Und die Skalierbarkeit. Und der flexible Umgang mit Ressourcen. Und trotzdem sollten den Begriff der Private Cloud nicht mit einem Orden verwechseln, der jemandem für besonders aufopfernde Dienste in dieser Sache verliehen wird.

Im Grunde geht es um eine Strukturähnlichkeit, wie Andreas Rynes, Lead Architect Datacenter, Microsoft Redmond,  betont: “Wir bieten unseren Kunden, die ihre Windows Plattform im Unternehmen betreiben wollen – natürlich in einer kleineren Dimension aber –, von der Struktur und den Möglichkeiten her das Gleiche wie in unseren Rechenzentren. Und diese Strukturähnlichkeit ist die Basis für jene Freiheit, von der alle sprechen.“ „Das ist ein bisschen so, wie wenn alle den Rennschi von Marcel Hirscher fahren?“, ergänze ich mit einem Fragezeichen. Andreas Rynes nickt zustimmend: „Wenn Sie so wollen.“

 

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Betrieb UND Management

Wenn wir von Private Cloud sprechen, dann denken wir an ein bestimmtes Management- und Automatisierungsniveau. Vielleicht sollten wir auch ein Bezugsniveau mitdenken (als den Self-Service-Aspekt). Wesentlich ist in jedem Fall der Nebeneffekt, dass dadurch ein Admin die Anwendungen, Speicher- oder Rechenressourcen verschieben kann, wie er will – vom lokalen Rechenzentrum in die Microsoft Cloud oder zu einem Service Provider seiner Wahl. Und er kann sie mit einem einheitlichen Toolset managen. Das heißt, dass der Administrator bei Bedarf nicht nur sein eigenes Datacenter überwacht, sondern zum Beispiel auch die Services, die er vom Microsoft Datacenter aus der Cloud bezieht. Genauso kann er sich aussuchen, ob er einen Server in der unternehmenseigenen Private Cloud oder in der Microsoft Public Cloud bereitstellt. Hier ist es wieder: dieses UND. Betrieb UND Management heißt, dass die Prozessautomatisierung über Rechenzentrumsgrenzen hinausgeht. „Das ist natürlich nur möglich, wenn die Prozesse mitspielen“, ergänzt Andreas Rynes und bezieht sich auf die Praxis: „Wenn wir mit Unternehmen zum Beispiel in Richtung Private Cloud gehen, dann liegen 50% der Arbeit in den Prozessen und in den Konzepten. Datacenter Automatisierung verlangt klare Prozesse, sonst ist die Komplexität nicht zu managen.“

Aber der Aufwand lohnt sich allemal, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt: Erstens eine enorme Agilität (durch schnelle und einfache Bereitstellung von Services), zweitens eine optimale Auslastung der Ressourcen (durch bedarfsgerechte Zuordnung) und drittens eine hohe Transparenz (in Bezug auf Performance, Sicherheit und Kosten).

Können sie sich an früher erinnern? Als Ihre Hände aufgrund getätigter Investitionen gebunden, ihre Server nur zu 15% ausgelastet, ihre IT-Mitarbeiter mit Maintenance-Arbeiten eingedeckt waren und die tatsächlichen IT-Kosten im Dunkeln lagen?

Dann kennen Sie ja den Unterschied!

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