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Behindert Technologie oder beflügelt sie? April 9, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, New World of Work, User-Experience.
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Mobilität heißt Bewegung? Mitnichten! Mobil sein heißt heute, dass man die Dynamik der Bewegung verinnerlicht hat. Und weil das so ist, müssen wir uns im besten Fall weniger bewegen. Das heißt nicht, dass wir nur noch herumsitzen. Es heißt nur, dass wir die Wahl haben, ob wir uns bewegen oder nicht; und wie unser Öko-Fußabdruck aussieht.

Von dieser Wahlfreiheit lebt auch die neue Welt der Arbeit. Wir können wählen, wie wir uns treffen, kommunizieren und miteinander arbeiten. Real und physisch präsent oder über Instant Messaging, Desktop-Sharing, Video-Conferencing, E-Mail. Damit fallen Barrieren, die uns früher behinderten – zwischen Abteilungen, Orten, Zeiten. Das ist die vorrangige Aufgabe der Technologie, die leicht vergessen wird, weil die Devices so glitzern und die Ablenkungen so vielfältig sind.

Manche, für die diese Barrieren existenziell und bedrohlich sind, vergessen das jedoch nie. Raul Krauthausen ist so ein Mensch. Er hat eine offensichtlich schwere Körperbehinderung, die er trägt wie eine Feder auf der Stirn. Er ist eloquent, humorvoll und kämpferisch und deshalb nicht zuletzt auch Speaker auf zahlreichen Veranstaltungen rund um das Thema Mobilität. Die Einladung auf die TEDxBerlin nützte er, um Wheelmap vorzustellen, eine Open Data Webanwendung, auf der Menschen mit Mobilitätseinschränkung Orte danach beurteilen und auf einer Karte lokalisieren können, ob sie barrierefrei sind oder nicht.

Was das mit uns zu tun hat? Sehr viel. “Behindert ist einer, der Hilfe braucht”, sagt Raul Krauthausen. Wir brauchen Hilfe, wenn wir klein sind. Wir brauchen Hilfe, wenn wir krank sind. Wir brauchen Hilfe, wenn wir alt sind. So gesehen ist die alte Dichotomie von Behinderten und Nicht-Behinderten nicht aufrecht zu halten, meint Raul, und schlägt eine neue vor: “Es gibt nur Behinderte und solche, die zeitweise nicht behindert sind.”

Deshalb sollten wir auch eine einfache Frage immer im Hinterkopf haben, wenn wir Technologien bewerten: Behindert sie mich oder beflügelt sie mich?

Alles andere ist Zeitverschwendung!

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