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Bring dich mit! Wie «Consumerization von IT» unsere Arbeit verändert May 13, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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Immer mehr Menschen projizieren ihre privaten Vorlieben auf den Arbeitsplatz. Sie möchten mit den Geräten arbeiten, die sie selbst ausgesucht haben (Stichwort: BYOD oder BYOIT), weil sie cool sind und ihrer persönlichen Arbeitsweise entgegenkommen. Das ist der springende Punkt, warum CIOs dieses Anliegen im Kontext der neuen Arbeitswelt nicht einfach übergehen können: Es geht nicht nur um Produktivität, es geht auch um die Wichtigkeit des Kundenfokus und damit um den Erfolg eines Unternehmen. Eine Studie von techconsult versucht eine Standortbestimmung zur „Consumerization of IT“.

Nicht alle Menschen haben denselben Arbeitsstil. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen, wo, wie, wann und womit sie arbeiten möchten, um ihre bestmöglichen Leistungen zu erbringen. Diese Erkenntnis ist grundlegend für die neue Arbeitswelt. Für die IT-Abteilungen in Unternehmen bedeutet das, dass sie die IT-Werkzeuge für die Mitarbeiter nicht mehr nur nach Unternehmens- und Administrationsaspekten auswählen können, sondern auf die persönlichen Vorlieben der MitarbeiterInnen eingehen müssen.

Die Gründe liegen auf der Hand: 1) Mitarbeiter, die mit vertrauten Geräten arbeiten, brauchen keine Schulung. 2) Sie kennen Funktionen und Möglichkeiten ihrer Devices kennen und sogar auftretende Fehler selbstständig und mit hoher Motivation lösen, weil sie Interesse am Funktionieren der Systeme haben. 3) Und diese erhöhte Motivation ist ein wichtiger Produktivfaktor.

Wir sprechen von einer neuen Arbeitsrealität, die techconsult im Herbst 2012 in einer umfassenden Consumerization Studie[1] mit mehr als 1000 Interviews, näher beleuchtet und nun veröffentlicht hat. Mit einigen durchaus überraschenden Resultaten. So relativiert sie den Generation-Ansatz, der davon ausgeht, dass vor allem die jungen MitarbeiterInnen, die neu ins Unternehmen stoßen, die großen die Consumerization-Treiber sind; und zeigt, dass der „Bring your own“-Ansatz besonders in den Führungsetagen gelebt wird. Mit durchschnittlich 80%, die angeben in ihrer Arbeit private Endgeräte zu nutzen, liegen die leitenden Angestellten weit über dem Anteil von Mitarbeitern außerhalb der Führungsetagen (64%).

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Alfred Wurmbrand, CEO von Würth Österreich, den wir im BusinessTV interviewten, repräsentiert diesen neuen, Technologie-affinen Führungstypus in besonderem Maße. Ein Auszug aus dem Gespräch: „Ich schätze sehr, dass ich unterwegs – egal, wo ich bin – gewisse Arbeiten erledigen kann, die anstehen. Also zum Beispiel E-Mails beantworten oder konzeptionell zu arbeiten, wenn ich irgendwo am Flughafen warte. Das funktioniert sehr gut, auch weil ich in diesen Situationen mit dem Device meiner Wahl auf Cloud Services zugreifen kann. Wichtig ist, dass ich die Situationen bewusst gestalte und mich in meiner Freizeit auch abgrenzen kann, dass ich aber auch immer wieder in den Business-Mode wechseln kann, wenn ich eine gute Idee habe; dass ich arbeiten kann, wenn ich Lust dazu habe oder gerade einen guten Gedanken weiterverfolgen will. Und mit den guten Gedanken ist es halt einmal so, dass sie überall kommen können – auch zuhause im Garten, wenn ich mit den Kindern spiele. In diesen Situationen hilft es mir, wenn ich meine Tasks oder meine Ideen schnell einmal notiere, weil ich es nur so geistig ablegen kann, um mich dann wieder voll und ganz der Situation zu widmen können, wo ich gerade war.“

Sie sehen: Consumerization-Szenarien entstehen, wenn Cloud, Mobilität und neue Arbeitswelten zusammentreffen. Die starke Beteiligung der Führungsetage unterstreicht eindrucksvoll, dass diese Szenarien ursächlich mit der Steigerung der persönlichen Produktivität zu tun haben.

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Der Mehrwert entsteht zum einen durch die neuen flexiblen Möglichkeiten der Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden, zum anderen – wie Alfred Wurmbrand betont – durch einen bewusst und intuitiv gestalteten Zugang zur eigenen Kreativität. Das verlangt – auch im Rahmen des Social Enterprise – vom Anwender, dass er smart und fokussiert ist, und das verlangt von der IT-Abteilung, dass sie sich vom klassischen Kontroll-Ansatz verabschiedet und den Einsatz dieser Devices in der Grauzone zwischen Privat und Business unterstützt. Denn mit Kontrolle, die nur in eine Richtung gedacht und wirksam wird, kommt man in diesen Szenarien nicht mehr weiter. Benötigt wird ein ganzheitlicher Governance-Ansatz, der funktioniert, wenn Mitarbeiter und die IT-Verantwortliche zusammenspielen. „Um die Komplexität in Grenzen zu halten, braucht es aber auch flexible und leistungsstarke IT-Werkzeuge wie Windows Intune in der Cloud, die eine solche IT-Landschaft managen,“ ergänzt Claudia Schügerl, Enterprise Marketing Manager, Microsoft Österreich. „Denn wenn das Management nicht passt, ist der Aufwand, der zur Hintertür hereinkommt, kontraproduktiv und auch nicht zu rechtfertigen.“

Ein Beispiel: Man erlaubt den Mitarbeitern, mit unterschiedlichsten Devices auf Corporate E-Mail zuzugreifen, solange sie sich an gewissen Richtlinien wie Power-On-Passwort halten. Das heißt, dass die letzte Entscheidung beim Benutzer liegt. Im Governance-Modell sind Sicherheit und Komfort aufeinander bezogen und kommunikativ verankert. Ein anderes Beispiel: Ein Mitarbeiter möchte mit einem Device auf einen App zugreifen, das der IT-Verantwortliche als nicht vertrauenswürdig einstuft. Um die Produktivität des Mitarbeiters jedoch trotzdem zu ermöglichen, stellt er ihm die Anwendung nicht lokal, sondern im VDI-Format (in einem Sandboxed-Mode) zur Verfügung, in dem nichts passieren kann. Als Option kann der Admin der Person, die auf einem Gerät zu Hause, das er nicht kennt, arbeiten will, eine komplette Arbeitsumgebung auf USB-Stick (inkl. Windows, Office, Bitlocker, Domäne) mitgeben, die der Mitarbeiter direkt von dort booten kann, wenn er das Gerät hochfährt. Windows to Go!

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Mobilität muss managebar sein. Klar. Die Möglichkeiten gibt es. Die Studie zeigt, dass diese jedoch in den CIO-Etagen noch nicht durchgehend angekommen sind. Auffallend niedrig sind vor allem die Werte (und auffallend hoch das Entwicklungspotenzial!), wenn es um die Unterstützung von Mitarbeitern außerhalb der Führungsetagen geht. Das mag auch damit zu tun haben, dass selbst unter den leitenden Angestellten nur ein geringer Prozentsatz wahrhaben will, dass der Einsatz von privaten Devices an bestimmte Verantwortlichkeiten gekoppelt ist.

Governance ist ein Geben und Nehmen.


[1] Consumerization Study CIO Challenges 2012 – geht der Frage nach, inwieweit und in welcher Form das Konzept „Bring your own“ in den Unternehmen bereits gelebt wird. Die Studienergebnisse erscheinen themenorientiert monatlich in folgenden Market Papers: 1) Herausforderungen im Umgang mit „Bring your own“, 2) Der mediale Mitarbeiter von heute, 3) Die Umsetzung von Unternehmensrichtlinien auf dem Prüfstand, 4) CIO Challenges auf Führungsebene, 5) CIO Challenges auf Abteilungsebene, 6) IT-Lifestyle-Artikel als Job-Motivator, 7) Trendcheck: Consumer-orientierte IT im Wandel der Zeit.

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