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Auf Augenhöhe mit der neuen Arbeitswelt October 14, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Events, New World of Work, Trends.
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Viele reden heute vom neuen Arbeiten und denken an einen alten Wein, der in neuen Schläuchen kredenzt wird. Sie reden von der Generation Y und fühlen sich großherzig ob ihrer Aufgeschlossenheit der Jugend gegenüber.

Phillipp Riederle hat beim DNA Smart Afternoon daran erinnert, dass es hier nicht um bloße Rhetorik bzw. vordergründiges Kuscheln geht, sondern um einen Paradigmenwechsel, der das alte Wertegefüge auf den Kopf stellt. Statt Geld, Status und Macht – den Säulenheiligen der gestrigen Arbeitskultur – interessieren die Jungen drei Dinge: die Sinnhaftigkeit ihres Tuns, die Selbstverwirklichung in ihrer Arbeit und die Möglichkeit, dieser Arbeit in Organisationsformen nachzugehen, die dafür geeignet sind. Wer dieser Transformation nicht auf Augenhöhe begegnet und stattdessen nur auf die Absicherung seines Territoriums schaut, wird auf der Strecke bleiben.

Übrigens: für den nächsten Smart Afternoon können Sie sich hier schon anmelden.

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Comments»

1. Christian Eder - May 9, 2014

Was mir aufstößt ist der Generationsbegriff. Das ist eine geschickt eingefädelte Verniedlichung der Sachlage. Die Ansprüche an unsere Arbeitswelt, die momentan von der Generation Y mit ‘auffällig vielen Fragen’ an die Öffentlichkeit gespült werden, ist kein neues, siehe 68-er Bewegung. Damals ging eine Generation in Deutschland auf die Straße, weil sie es nicht mehr ertrug. Im Unterschied zur Vergangenheit erkennt man aber den Umsturz heute nicht mehr an seiner Spontanität, sondern die inneren Spannungen schleppen sich seit vielen Jahren schleichend von einer Generation in die nächste. Die Deutschen gehen schon lange nicht mehr auf die Strasse, weil sie unzufrieden sind mit ihrer Arbeit, sondern zum Arzt. Der Deutsche wehrt sich nicht mit ‘Händen oder Füßen’, sondern er resigniert bis seine Seele erkrankt und die Körperfunktionen Schaden nehmen. Die Zahlen sprechen für sich und eine Tendenz spricht für Frührente vor allem wegen psychischer Erkrankungen. Eine davon heißt Demenz. Die Ausbreitung dieser Krankheit speziell auf den industrialisierten Kontinenten ist alarmierend, zumal nicht nur Vererbung den Faktor von Multiplikatoren ausmacht, sondern auch die Tatsache, daß die Nutzung geistiger und sozialkommunikativer Fähigkeiten am Arbeitsplatz in diesem Bereich viel zu wenig erforscht werden. Es ist wohl kein Geheimnis mehr, dass Menschen, die sich öfter auf etwas Neues einlassen und sozialen Kontakt pflegen, nicht so schnell an Demenz erkranken, aber wer hat schon diese Qualität an seinem Arbeitsplatz, an dem Ort, an dem er die meiste Zeit seines Lebens verbringt.

Der Versuch die Unzufriedenheit mit bestehenden Arbeitsmodellen nur auf eine Generation zu begrenzen, ist der Kuschelkurs mit einer Generation, die aufgrund technischer Möglichkeiten unruhiger geworden ist als andere und die Möglichkeit für sich in Anspruch nimmt, sich schneller zu bewegen als andere es gewohnt sind. Dieses Phänomen ist zum einen mit dem Einzug des digitalen Zeitalters in das Kinderzimmer begründet und hat zum anderen damit zu tun, dass Kinder und Teenies sich in allen Lebensbereichen von Hause aus flexibler bewegen, als die Erwachsenenwelt das tut, in welche sich aber die ausgewachsenen von ihnen jetzt zu integrieren suchen.
Es ist deshalb von weit hergeholt, daß etwaige Ansprüche der Generation Y nur auf die Arbeitswelt reduziert werden könnten. Dies als Nachteil auf eine Generation zu projezieren, ist genauso kurzsichtig, wie nicht anzunehmen ist, daß die Welle des Aufbegehren wiederum mit dem Einläuten einer neuen Generation in ein paar Jahren vereben würde. Damit will man sich die Menschen einer ganzen denkwürdigen Epoche in Schach halten, ihnen altbekannte Muster und Grenzen jener Territorien aufzeigen, die von der Wirtschaft so mutmaßlich ausgehölt werden. Jene Wirtschaft von denen im übrigen Hersteller digitaler Medien nicht weniger profitieren. So schließt sich der Kreis, wie seit eh her: die Revolution frißt ihre eigenen Kinder!

Ich unterstelle also die Absicht, daß der ersten Generation einer epochalen Veränderung Gehör verliehen wird, um sie für immer zum schweigen zu bringen. Das ist natürlich unmöglich aber solange die Wirtschaft nutzen ziehen kann von der menschlichen Arbeitskraft, wird sie den Fordernissen der Zeitläufe dennoch nicht einlenken, denn der augenscheinliche Schaden aus der seit Jahren bestehenden Verweigerung der Arbeiterschaft zahlen nicht die Drahtzieher einer unbeweglichen Wirtschaft, sondern der Staat und damit die Bürger selbst. Die Abgabenlast eines durchschnittlichen Arbeitnehmers ist in Deutschland im weltweiten Vergleich an Platz zwei nach Belgien, hat die OSZE unlängst herausgefunden (im krassen Gegensatz dazu steht die Misswirtschaft mit öffentlichen Geldern, das in einem Schwarzbuch der Verschwendungen ebenfalls veröffentlicht wurde). Die öffentlichen Versicherungsträger wie Krankenkassen und Sozialversicherung aber haben den größten Anteil zu schultern. Kanzler Schröder hat deshalb die Sozialversicherung revolutioniert (ein weiterer Beweis dafür, dass die träge Schlappe der Arbeitswelt kein Generationsproblem ist, und schon gar nicht der Generation Y), vor allem um die öffentlichen Kassen weitgehend zu schonen, aber eine menschenfreundliche Revolution auf dem Arbeitsmarkt konnte weder er, noch eine Ursula von der Leyen anstoßen, und bleibt nach wie vor aus, weil der Nutzen der Wirtschaft von der Arbeitskraft zu sehr am Profit ausgelegt ist, anstatt von der individuellen Schaffenskraft. Was nun aber die ganze Debatte für alle Beteiligten so unbeweglich macht ist, daß jene, die von der Misere profitieren, die Lobby in der Politik haben – das ist ein ungeschriebenes Gesetz – und dagegen kommt nur die Straße an, wie Zeitläufe gezeigt haben.

Wolfgang Tonninger - May 15, 2014

was wir hier ganz bestimmt nicht tun, ist “die Unzufriedenheit mit bestehenden Arbeitsmodellen nur auf eine Generation zu begrenzen” – was wir tun ist, die grundlegenden veränderungen innerhalb der neuen arbeitswelt auch an den verhaltensweisen abzulesen, die eine neue generation in diese trägt … danke für ihren beitrag!


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