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Raubkopien: Eine Thema für Studien … April 27, 2010

Posted by Hans Berndl in Business, Kosten, Wertschöpfung.
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Die deutschen Microsoft Kollegen haben eine Raubkopierer-Studie in Auftrag gegeben und 1000 Personen zu diesem brisanten Thema befragt.

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16% der Befragten haben schon mal kostenpflichtige Software für Freunde kopiert und weitergegeben.
86% davon hatten keine schlechtes Gewissen dabei gehabt.

Schön ist wiederum zu hören das 85% der Befragten würde es schon stören wenn ihr geistiges Eigentum, wie etwa Fotos, ungefragt genutzt oder vertrieben würde. So gesehen besteht ja Hoffnung, dass der Umgang mit IP (intellectual property) zukünftig sich bewusster gestalten könnte.

Bei einer anderen Studie kam man zu ähnlichen Ergebnissen, wie z.B. das 25% der deutschen Anwender “illegale Kopien” von Musik, Filme oder Software für akzeptabel halten.
66% dagegen halten dieses Vorgehen für kein Kavaliersdelikt.

Wie alt sind die Raubkopierer?
Mehr als ein Drittel der Raubkopierer sind zwischen 14 und 29 Jahren.

Was schreckt Anwender ab illegale Kopien einzusetzen?
Die Angst vor Viren, Trojanern und anderen schädlichen Programmen die Ihren Computer lahmlegen oder sogar Daten vernichten könnten.

Wie groß waren die Umsatzeinbußen durch Raubkopien 2008 in Deutschland?
Über 1,2 Milliarden Euro.

Wieviele Arbeitsplätze wurden durch Raubkopien 2008 in Deutschland vernichtet?
34.000

Ein Thema zum Nachdenken.

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Wieviel Offenheit hätten Sie denn gern? April 26, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Competition, Innovation, Microsoft, Trends, User-Experience.
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Zugegeben: die Sache verfolgt mich irgendwie. Denn seit ich vor mehr als einem Jahr das Buch von Jonathan Zittrain mit dem sperrig schillernden Titel „The Future of the Internet: And How to Stop it“ in die Hände bekam, scheint für mich die Debatte „offene“ vs. „geschlossene“ Systeme in einem einigermaßen schiefen Licht. Zeigt doch der nähere Blick auf die neuesten Appliances und Devices, dass heute beileibe nicht alles „offen“ ist, was „cool“ daherkommt.

„The iPhone is a product of both fashion and fear“ beschreibt Jonathan Zittrain treffend das Ringen um die Balance zwischen Komfort und Sicherheit, das heute weder auf Hersteller- noch auf Anwenderseite entschieden ist. Denn während sich die Erfinder geschlossener Systeme auf schicke, aber hermetisch verpackte Appliances berufen, die dem Anwender viel Freude und möglichst wenig Sorgen bereiten sollen, schrillen auf der Entwicklerseite die Alarmglocken, weil sie grundlegende Freiheiten bedroht und neue Abhängigkeiten entstehen sehen. Wer es beiden Seiten recht machen will, steht dabei meist auf verlorenem Posten.

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In diesem Zusammenhang aufschlussreich ist eine Grafik von Harvard Professor Tom Eisenmann, die ich im Blog von Chris Dixon fand. Sie zeigt, dass es höchste Zeit ist, den ehernen Systemgegensatz „offen“ vs. „geschlossen“ zu entideologisieren und differenziert zu zeigen, welche Effekte mit welcher Strategie verbunden sind:

Closed platforms provide more incentive for innovation because platform owner can collect and redistribute more rent and can ensure that there’s a manageable level of competition in any given application category. Open platform harnesses strong network effects, attracting more application developers, and  thus stimulates lots of competition. There’s some interesting recent work that suggests that markets may evolve in directions that favor the presence of one strong closed player plus one strong open player (consider: Windows + Linux; iPhone + Android). In this scenario, society/economy gets best of both approaches.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber irgendwie scheint es, als ob Tom Eisenmann von einer anderen Grafik spricht, wenn er die Proponenten für „offene“ und „geschlossene“ Zugänge gegenüberstellt. Microsoft steht jedenfalls eindeutig auf der “offenen” Seite.

Microsoft ermöglicht iPad … April 16, 2010

Posted by Hans Berndl in Fun, Microsoft, Trends.
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… geht’s noch Herr Berndl? Eigentlich schon. 🙂

Wenn ich mir die Geburtstags-Story von www.CIO.de anlässlich der Microsoft-Gründung vor 35 Jahren durchlese, könnte durchaus dieser Eindruck entstehen. Was-wäre-wenn-Szenarien bezogen auf die Welt-Geschichte sind immer kritisch, aber was-wäre-wenn Microsoft 1997 nicht 150 Millionen USD in Apple-Aktien investiert hätte?  Könnte Sony immer noch Walkman‘s verkaufen? Könnte Nokia immer noch unangefochtener Marketleader bei Mobiltelefonen sein?

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Egal, es ist wie es ist. Aber es gibt noch weitere spannende Geschichten aus der 35-jährigen Microsoft-Historie zu lesen:

· Der schlaueste Zukauf: oder wie Microsoft zu PowerPoint kam.

· Die schmerzhafteste Partnerschafter: oder wie die gemeinsame Entwicklung von OS/2 zum Streitpunkt von Microsoft und IBM wurde.

· Der größte kaum wahrgenommene Erfolg: oder wie der Microsoft SQL Server entstand.

· Windows 95 – Produktstart mit Furore: als sich Menschen für ein neues Microsoft Betriebssystem noch die Nacht um die Ohren geschlagen haben.

· und noch vieles mehr …

Also … HAPPY BIRTHDAY MICROSOFT, and keep on investing. The future looks a bit cloudy 🙂

Der Ball ist rund. FIFA trifft vatikanische Entscheidung April 9, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Fun.
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“The door is closed. The decision was not to use technology at all,” mit diesen Worten kommentiert Generalsekretär Jerome Valcke die Entscheidung der FIFA (Fédération Internationale de Football Association) vom März 2010, auch in Zukunft auf Technologien zu verzichten, die dazu beitragen, die Schiedsrichter bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. Und er schließt sein Statement mit den Worten:

“Let’s keep the game of football as it is.”

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Was in diesem Zusammenhang erstaunt, ist nicht nur, dass wir das Jahr 2010 schreiben, sondern auch, dass Herr Valcke implizit unterstellt, dass es gerade die Fehlentscheidungen sind, die diesen Sport pikant und publikumswirksam machen.

Und dass damit ein mediales Missverhältnis zementiert wird, dass für einen Schiedsrichter die Arbeit immer unzumutbarer macht: auf der einen Seite das Publikum, das mit Superzeitlupe und allen technischen Feinheiten ausgestattet wird, um die Entscheidungen der Schiedsrichter, die nichts haben außer einen Funkkontakt untereinander, zu belächeln bzw. verteufeln zu können.

Wofür taugt Technologie eigentlich?

Für mich bedeutet diese Entscheidung, dass ich einige Annahmen, die bislang mein Handeln und Denken begleiteten, entschieden in Frage stellen muss. Ging ich doch bislang davon aus, dass eine der Hauptaufgaben der Informationstechnologie darin besteht, Menschen bei Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Oder gibt es Freiwillige, die dieses Einsicht genannte Allgemeingut zu den Leuten bei der FIFA tragen, die für solche Entscheidungen zuständig sind.

Übrigens: Wo ist das Spiel eigentlich?

Danke Gerry McGovern für den entscheidenden Hinweis!

Bill Buxton über natürliche Anwenderschnittstellen und das Projekt Gustave April 2, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Innovation, New World of Work, Trends, User-Experience.
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Nein, ich bin kein Entwickler. Aber mitunter ist es einfach so, dass mir mein Teller zu klein wird und ich nur mehr sehe, was neben dem Tellerrand liegt. So geschehen bei meinem jüngsten Projekt rund um Silverlight, das mich virtuell zur MIX10 nach Las Vegas und mitten hinein in die Entwickler-Community von Microsoft brachte. Und während ich mich noch insgeheim auf jede Menge Entwicklerlatein und knochentrockenes Meta-Coding einstellte, betrat der charismatische Bill Buxton die Bühne und zog mich in seinen Bann.

Die Rede war von Natural User Interfaces. Dabei ging es um nichts Geringeres als um die Zukunft der Interaktion zwischen dem Benutzer und seinen Anwendungen. Es ist wirklich beeindruckend, wie sehr Bill Buxton in der Lage ist, von weither ins Herz der Technologie zu stoßen. Hier ein paar Auszüge “Nehmen wir an Technologie ist ein Spiegel.  Es geht nicht darum, wie cool eine Anwendung ist. Sondern “wie sehr sie imstande ist, meine natürlichen Bedürfnisse als Anwender abzubilden und meine Fähigkeiten zu erweitern … Schlechtes Design verstümmelt den Anwender. Gutes Design beflügelt ihn. Es geht nicht um Hardware und Software. Es geht darum, den Menschen mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu verstehen.”

Wie ernst es ihm damit ist, beweist Bill Buxton am Ende seiner Rede, als er auf das Projekt Gustave zu sprechen kommt. Es geht auch hier in erster Linie nicht um Features und Functions, sondern um den Respekt gegenüber den Fähigkeiten und Techniken eines Malers, die dieser ein Leben lang entwickelt hat. Gutes Design ist eines, das den Maler nicht zwingt, seine Techniken abzulegen, sondern gerade aus diesen heraus die Interaktion mit dem Künstler gestaltet.

Schauen Sie sich an, wie intuitiv und nahe an den Techniken des Malers sich das Paintbrushing-Programm Gustave bewegt. Schauen Sie und staunen Sie! (in der VIDEO-Timeline ab Minute 107)

Und hören Sie vor allem als Anwender endlich auf damit, Ihre Wünsche im vorhinein zu beschneiden, wenn es um die Entwicklung von Software oder die Umsetzung von WEB-Anwendungen geht.

Hören Sie auf, in den Kategorien der Technologie zu denken und vertrauen Sie jenen Kategorien, die Sie tagtäglich begleiten. Und beginnen Sie wieder damit, aus diesem Alltag, aus Ihrem konkreten Leben heraus, Wünsche zu formulieren, die Sie an die Technologie herantragen. Sie werden sehen, dass heute schon sehr viel möglich ist.

Oder wie Bill Buxton es formuliert: “Wir haben heute die richtigen Tools für richtiges Design. Jetzt geht es nur mehr darum, auch das Richtige zu designen.”

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