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Interview: Die Cloud ist in Österreich angekommen July 1, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Events, Interviews, Kosten, Microsoft, Security, Trends, Wertschöpfung.
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Die Cloud ist ein Hype, das steht fest. Aber ist sie auch solide – fragen sich viele. Wir sprachen mit Bernhard Obernosterer, Head of Production und Mitglied der Geschäftsleitung bei der mii GmbH, über seine Erfahrungen in der Cloud-Praxis.

BusinessReadyBlog: Herr Obernosterer, gestern veranstaltete die mii, einer der ersten Microsoft Accelerated Online Services Partner in Österreich, gemeinsam mit Microsoft und Deloitte Consulting eine Cloud Conference für Unternehmenskunden. Ist sie schon so weit, die Cloud? Und für welche Business-Szenarien ist sie besonders interessant?

Bernhard Obernoster, mii gmbh

BObernosterer: Man kann sagen, dass mit den brandneuen und seit Juni verfügbaren Office- und SharePoint-Services (von Microsoft kurz BPOS genannt (Business Productivity Online Suite)) die Cloud auch in Österreich angekommen ist – und zwar für Unternehmen jeder Größenordnung. Die Szenarien sind vielfältig. Die Cloud kann eine Alternative sein für Kunden, die mit den immer rascheren Produkt-Lifecycles nicht mehr Schritt halten oder sich einfach die teure Wartung nicht mehr leisten wollen, genauso wie für Kunden, die im Zuge eines Mergers ganz schnell 100 neue Arbeitsplätze brauchen.

Entscheidend ist, dass die Cloud eben nicht als Infrastrukturthema daherkommt, sondern als Produktivitätsthema gehandelt wird. Es ist faszinierend, wie schnell Sie ihren Anforderungen gerecht werden können. So kann z.B. ein Geübter/Geschulter innerhalb von 15 Minuten die Plattform für eine Webkonferenz einrichten und den Teilnehmern zur Verfügung stellen und das zu einem sehr fairen Preis. Ähnlich ist es bei den Collaboration-Anforderungen wie z.B. Projektportale, Meeting-Workspaces oder einfach nur eine gemeinsame Dokumentenablage für die tägliche Zusammenarbeit. Was uns als mii gmbh sehr freut ist die Tatsache, dass der Mensch und seine Wünsche/Anforderungen/Probleme bzw. die Prozesse des Unternehmens wieder in den Vordergrund rücken. Mühsame Server/Software/Hardwarediskussionen werden zukünftig definitiv der Vergangenheit angehören.

BusinessReadyBlog: Ich glaube, es gibt viele Menschen da draußen, die keine Ahnung haben von den Größenordnungen, um die es hier geht. Mit welchen Kosten ist für eine Business-Productivity-Online-Suite (BPOS) – bestehend aus Exchange Online, SharePoint-Online, Office Communications Online und Office Live Meeting – pro Arbeitsplatz pro Monat zu rechnen?

BObernosterer: Das Wesentliche hierbei ist, dass sie keine klassischen Lizenzen per User oder Server mehr zahlen, sondern für die Nutzung des Dienstes zur Kassa gebeten werden. So verrechnet Microsoft die Kosten pro Monat pro User. Und ganz wesentlich ist es zu verstehen, dass in diesen Kosten auch die Wartungskosten bereits inkludiert sind bzw. die umgelegten Kosten für die von Microsoft notwendige Hardware.

Weiters sind mit diesem Modell ganz neue Angebote möglich. So gibt es die Möglichkeit eine LightVersion der Dienste zu beziehen. Lassen Sie mich ein Beispiel geben:

imageNicht jeder im Unternehmen braucht ein vollwertiges Outlook. In vielen Fällen reicht Outlook Web Access vollkommen aus und dafür zahlen Sie auch weniger. Ebenso bei Sharepoint. Wenn ich „Inhalte nur lese“, dann kann ich hier ebenso eine Light-Variante zu einem günstigeren Preis beziehen. Werden alle 4 BPOS-Dienste gleichzeitig bezogen, gibt es sogar noch den Vorteil von günstigeren Paketpreisen.

Die genauen Preise belaufen sich wie folgt und sind für alle Partner gleich, was es auch leichter für den Kunden macht. Dabei ist eines klar: auch von Microsoft Partnern verlangt der Einsatz von Cloud Services ein massives Umdenken.

BusinessReadyBlog: Nehmen wir ein klassisches Kundengespräch: Mit welchen Einwänden werden Sie am häufigsten konfrontiert?

BObernosterer: In Europa wird sicher auch kulturbedingt der Sicherheitsaspekt sehr stark hervorgehoben, manche meinen: überbewertet. Und ich gebe ihnen recht. Denn in der Praxis hat jeder Cloud-Anbieter bestimmte ISO-Auflagen zu erfüllen. Und das sind zum Teil so strenge Zertifikate, die viele Unternehmen aus eigener Kraft gar nicht erreichen würden. Natürlich wird es Unternehmen geben, die ganz besonderen Sicherheitsanforderungen unterliegen (Stichwort: Compliance), aber das ist die Minderheit bzw. wird man dort im Detail zu prüfen haben, welche Dienste in die Cloud verlagert (z.B. Webkonferenzen in der Wolke) und welche lokal betrieben werden.

Wir als mii gmbh arbeiten hier sehr eng mit einem sehr bekannten Unternehmen zusammen, das den Schwerpunkt in der Unternehmensberatung/Wirtschaftsprüfung hat, wo wir genau diese Aspekte gemeinsam beleuchten.

Spannend finde ich auch die Frage, vor wem ich mehr Angst haben muss. Vor dem eigenen Administrator im Unternehmen, der auf Grund seiner Rechte überall einsehen kann/darf oder von einem professionellen Cloud-Betreiber, dessen primäre Aufgabe es ist, die Umgebung zur Verfügung zu stellen und keinen inhaltlichen Bezug zum gehosteten Unternehmen hat. Ich, ganz ehrlich, hätte vor der internen IT mehr Angst – aber darüber lässt sich sicherlich stundenlang diskutieren.

BusinessReadyBlog: Tatsache ist, dass durch die neuesten Entwicklungen in der Cloud kein Stein auf dem anderen bleibt. Das betrifft – wie von Ihnen bereits angedeutet – auch die Art und Weise, wie man als Microsoft Partner sein Geld verdient. Da gibt es wie überall auch Bremser. Es gibt aber auch Partner wie die mii, die sehr offensiv in das Thema hineingehen. Warum?

BObernosterer: Ganz einfach: Weil damit der Kunde beim Erwerb der Software- und Infrastrukturpakete keine Einstiegshürden mehr überwinden muss und sich gemeinsam mit dem Partner auf seine Business-Prozesse und -Anforderungen konzentrieren kann. Das bringt für beide Seiten eine ganze Menge. Der Kunde wird damit zu einem Partner und der Partner fühlt sich nicht mehr als bloßer Box-Mover, sondern in seinen Kernkompetenzen gefordert. Eine klassische Win-Win Situation, wie ich meine.

Die mii geht diesen Weg schon seit mehreren Jahren. Während in der Vergangenheit viele unserer Projekte daran scheiterten, dass der Kunde zwar etwas ändern, jedoch nicht über Infrastruktur-Investitionen nachdenken wollte, können wir heute mit unserem Service-orientierten Zugang direkt dort ansetzen, wo es um das Business geht und über den Mehrwert, der mit den Lösungen erzielt werden soll. Und was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit dem Kunden dort zu beginnen, wo der Schuh drückt?

Danke für das Gespräch.

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