jump to navigation

Heraklit Reloaded oder: Wie man im Informationsstrom treibend den Kopf über Wasser hält August 5, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Trends, User-Experience.
trackback

Panta rhei“, „alles fließt“, sagte der dunkle Heraklit zu sich selbst, als er am Fluss Kaystros sitzend über die Vergänglichkeit des Lebens sinnierte. Mehr als 2500 Jahre später war es wieder ein Rauschen (GROUNDSWELL, winning in a world transformed by social technologies), das Josh Bernoff und Charlene Li von Forrester Research dazu inspirierte, ein Buch über einen sozialen Trend zu schreiben, demzufolge Menschen heute Technologien einsetzen, um Dinge, Meinungen, Ideen in einer unmittelbaren und direkten Form (Peer-to-Peer!) und nicht über den Umweg von herkömmlichen Institutionen wie Unternehmen auszutauschen.

Darin belegen sie mit vielen Fallbeispielen, dass – im Zeichen der Social Media – der Broadcasting-Zugang der klassischen Medien ausgedient hat. Heute wird gestreamt, was das Zeug hält – Audio-Content, Video-Content, Anwendungen, unser ganzes Leben. In einer solchen Situation ist – wie Larry Cannel von der Gartner Group in seinem aktuellen Post scharfsichtig anmerkt – auch die Rede vom „Information Overload“ nicht mehr hilfreich und taugt nur noch als Indiz für eine überholte Bewusstseinslage. Denn der Livestream, der uns umgibt, mitunter einlullt oder nervt, ist nicht etwas, gegen das man ankämpfen kann, indem man seine Inbox entleert oder ein Dokument in den richtigen Ordner legt. Wenn alles fließt, wird man bei dem Versuch scheitern, die Dinge festzuhalten, zu katalogisieren oder in Ordnern abzulegen.

Vielleicht sollten wir uns anstatt um eine Trockenlegung des Flusses um eine neue Haltung bemühen. Und dabei könnte Heraklit eine Hilfe sein, der dem Geräusch des Flusses schließlich einen Sinn entlockte; oder eben Larry Channel, der seinen Artikel mit den Worten von Dave Winner schließt, die er ihm beim Lunch zusteckte:

“Think about Twitter as a rope of information — at the outset you assume you can hold on to the rope.  That you can read all the posts, handle all the replies and use Twitter as a communications tool, similar to IM — then at some point, as the number of people you follow and follow you rises — your hands begin to burn. You realize you cant hold the rope you need to just let go and observe the rope”.

Comments»

No comments yet — be the first.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: