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Interview: Was bedeuten Social Media für den Information Worker? December 6, 2010

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Interviews, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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3 Fragen an Peter Hössl, Product Marketing Manager in der für „Information Worker Group“ bei Microsoft Österreich, die für alle Technologien rund um Communication und Collaboration zuständig ist (Office 2010, SharePoint 2010, Exchange 2010, Lync 2010)

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BIZofIT: Herr Hössl, Information Worker und neue Welt des Arbeitens gehören gewissermaßen zusammengedacht. Was sind die technologischen Voraussetzungen, damit diese neue Welt auch funktioniert?

PHössl: Die Technologie muss diese neuen Formen der Zusammenarbeit natürlich unterstützen. Ohne zentrale Orte der Ablage und Möglichkeiten der Versionierung sind die modernen Formen der Co-Produktion nicht möglich, weil die meisten Aufgaben nur in Teams gelöst werden können. Aber auch der Mitarbeiter muss seinen Teil dazu breitragen, indem er zum Beispiel Dokumente nicht mehr in Mail-Anhängen versteckt, sondern als Link zu einem Shared Workspace verschickt, in dem alle Dokumente und Informationen jederzeit und aktuell verfügbar sind. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass alle Projektbeteiligten an der aktuellen Version arbeiten, ohne jede Woche neue Mail-Attachments mit den aktuellen Dokumentversionen verschicken zu müssen.

BIZofIT: Sie erwähnen die kulturelle Dimension und Fertigkeiten, die man für die neue Welt des Arbeitens benötigt. Sind die sozialen Medien eine gute Schule für den Sharing-Zugang im Unternehmen?

PHössl: Ein Beispiel: Früher war das Chatten ein reines Consumer-Thema, heute ist es integrativer Bestandteil einer Arbeitsweise, die man im Umgang mit unterschiedlichen Kommunikationskanälen, mobilen Mitarbeitern und ihrem jeweiligen Präsenzstatus (die Information über die aktuelle Verfügbarkeit, Anm. BIZofIT) beherrschen muss. Chatten macht in einigen Fällen einfach mehr Sinn, als eine Mail zu schicken.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Vor kurzem erhielt ich Freitag abends eine Kundenanfrage zur Outlook-Einbindung eines SMS-Services. Ich war, ehrlich gesagt, überfragt. Was tun? Ich ging ins Microsoft Intranet auf Search/People/Outlook Product Group und bekam eine Liste von 150 Kollegen aus Redmond der Firmenzentrale von Microsoft. Da ich nicht gleich den Entwicklungsingenieur damit belästigen wollte, suchte ich mir einen Junior-Assistenten und chattete ihn an. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich wichtige Informationen und ein erklärendes Dokument in meiner Inbox und konnte es an den Kunden weiterleiten. Ein Vorgang, der früher über klassische Kommunikationswege sicher Tage oder sogar Wochen in Anspruch genommen hätte. So funktionieren soziale Netze auf Unternehmensebene. Peer-to-Peer-Kommunikation im besten Sinn des Wortes.

BIZofIT: Die kulturelle Dimension – das ist die eine Seite. Wo stehen wir bei den Business-Modellen, die diese kulturellen Transformationen nutzbar machen?

PHössl (schmunzelt): Auch da sind wir – Cloud sei Dank – schon sehr weit. Wenn man sich das neue Office 365 ansieht – den Nachfolger der Business Productivity Online Services (BPOS), der voraussichtlich Mitte 2011 auf den Markt kommt – dann erkennt man einen völlig neuen Zugang zur Technologie – mit riesigen Auswirkungen auf ihre Leistbarkeit für kleinere Unternehmen. Das zeigt sich auch bei der Lizenzierung, die nicht mehr pro Gerät, sondern pro User erfolgen wird, der die Anwendungen ohne Aufpreis auf bis zu 5 verschiedenen Geräten betreiben kann. Das hilft nicht nur dem Information Worker, sondern auch dem Kiosk-Worker (Mitarbeitern ohne eigenen PC, Anm. BIZofIT) in einer Lagerhalle, Montagehalle oder einer großen Werkstatt.  Jeder bekommt einen persönlichen Zugang zum System und ist mit aktuellen Informationen versorgt – über einen PC, der vielleicht in der Wand eingebaut ist und mehreren Mitarbeitern zur Verfügung steht. Wo die Dienste dahinter (wie eMail oder Dokumenten- Sharing oder das Intranet mit dem beliebten Speiseplan der Kantine) stehen – On-Premise (von der Firmen- eigenen IT betrieben) oder in der Cloud – wird in Zukunft – selbst lizenztechnisch – niemanden mehr interessieren.

Und weil der Betrieb all dieser Dinge so einfach und übersichtlich wird, kann man sich wieder auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Stichwort Exchange Mail Server: Welche Firma betreibt heute noch eine eigene Werkspost? Zumal man das komplette Productivity-Paket (Exchange, SharePoint, Lync) für ein paar Euro pro Mitarbeiter im Monat mieten und so skalieren kann, dass zB bei einem Merger 200 neue Leute in einem halben Tag eingebunden sind. Soviel zum Thema Business-Modell. Microsoft hat diesen Schritt jedenfalls getan!

Wir danken für das Gespräch.

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