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10 Dinge, über die CIOs nachdenken sollten March 17, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Networking, New World of Work, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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Nach zweieinhalb Jahren beendet Bob Evans seine CIO-Kolummne in der Information Week. Er verlässt den Schauplatz jedoch nicht durch die Hintertür, sondern mit einem bedenkenswerten Post, der seinen treuen Lesern 10 essentielle Fragen mitgibt auf ihren Weg. Hier eine kurze Zusammenfassung.

  1. Transformatives Denken und die Kraft der Veränderung
    Als CIO gehören Sie zu den wenigen Führungskräften, die die gesamte Breite an End-to-End-Prozessen in ihrem Unternehmen nicht nur überblicken, sondern auch unmittelbar verstehen kann. Was machen Sie daraus? Zeigen Sie auf, wo Abläufe schleppend sind, Möglichkeiten vergeudet und kostspielige Verzögerungen in Kauf genommen werden? Nutzen Sie Ihren speziellen Zugang und Ihr Wissen um technologische Potenziale, um Ihrem Unternehmen eine Vision zu geben? Und wie werden Sie von Ihren Kollegen gesehen – als Veränderer oder als Bewahrer des Status Quo?
  2. Wie sieht Ihr Geschäft heute aus?
    Ist Nike ein Hersteller von Sportschuhen? Oder ein Hersteller von Sportbekleidung? Oder ein Hersteller von Sportartikeln im Allgemeinen? Oder ein Lifestyle-Unternehmen? Und in welchem Business ist Amazon? Oder ESPN? Je mehr Kunden – sowohl Endkunden als auch Geschäftskunden – von den Unternehmen verlangen, bei denen sie einkaufen, und je mehr Transaktionen online abgewickelt werden und Wertschöpfungsketten traditionelle Grenzen innerhalb und außerhalb der Unternehmen hinter sich lassen, umso so entschiedener und umso schneller müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Services an die neuen Gegebenheiten anpassen und weiterentwickeln. Wie sieht Ihr Kerngeschäft heute aus und wofür sind Ihre Kunden morgen bereit, Geld auszugeben? Bzw. für welche Leistungen, für die sie heute noch Geld ausgeben, würden Ihre Kunden in einem Monat nicht mehr zahlen?
    Weil heutzutage beinahe alle Kundenaktionen und Transaktionen technologievermittelt sind, stehen CIOs vor der besonderen Herausforderung, bei der Identifizierung, Quantifizierung und im Management dieser neuen Chancen und Möglichkeiten einen entscheidenden Beitrag zu leisten. Unterstützen Sie Ihr Unternehmen dabei, die entscheidende Frage nach der Business-Ausrichtung zu beantworten?
  3. Richten Sie sich nicht nach dem Business. Sie sind das Business!
    Vergessen Sie die Floskel vom IT-Business-Alignment. Sie ist schädlich, weil sie von der stillschweigenden Annahme ausgeht, dass die IT nicht Teil des Business ist, sondern etwas Separates, Losgelöstes, Untergeordnetes, Nachhinkendes. Sie provoziert ein Weltbild, in dem der CIO keine Führungsrolle einnimmt, sondern ein bloßer Mitläufer ist. Ein Weltbild, in dem die Rolle der IT eine passive, reaktive ist, und nicht eine wendige, die Prozesse anstößt. Welche CIO-Rolle ist Ihrer Meinung nach die Rolle der Zukunft – in einer rasant sich verändernden Business-Welt?
  4. Sie sind KEINE Service-Organisation
    Wollen Sie den Status Quo bewahren oder eine Zukunft gestalten helfen, in der Ihr Unternehmen gefragt und erfolgreich ist? Wollen Sie sich wirklich zurücklehnen und darauf warten, dass ihr Business entscheidet, wohin es gehen will, und dann weiterwarten bis es Ihnen sagt, was sie machen sollen, damit man Sie weiter braucht? Sind Sie ein Business-Leader, der hervorragendes Wissen über Technologie besitzt, oder sind Sie ein Geek, der zufällig auch einen coolen Titel hat? Unternehmen, die in den nächsten 5-10 Jahren wachsen und erfolgreich sein wollen, können dies nur mit einer besonderen IT. Das bedeutet auch, dass sie CIOs brauchen, die ihre Führungsqualitäten ausbauen und einsetzen, und keine Mauerblümchen, die darauf warten, Entscheidungen umzusetzen, die woanders getroffen werden.
  5. Stellen Sie das 80/20-Verhältnis auf den Kopf?
    Wenn Sie es nicht tun, werden Sie nicht mehr lange CIO sein. Zuviele Unternehmen ver(sch)wenden immer noch 70% bis 80% ihrer IT-Budgets in Wartung und Pflege von Altlasten, während viel zu wenig bleibt für Wachstum und Innovation. CIOs, die nicht bereit sind, entschieden an der Umkehrung dieses Verhältnisses zu arbeiten, positionieren sich selbst als Bremsklötze und Verhinderer, wenn es darum geht, Innovationen und Neuheiten  im Unternehmen voranzutreiben.
  6. CIO als Chief Acceleration Officer
    Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum CEO und versprechen ihm, dass sie Produktentwicklungs- und Inventurzeiten verkürzen, Lieferungen zum Kunden beschleunigen, Wartezeiten beim telefonischen Kundensupport eliminieren und die Zeit von der Bestellung zur Bezahlung minimieren können. Welcher CEO würde in Ihnen nicht den Helden sehen? Warum also nicht genau das als neue Mission für Ihre IT-Abteilung ausgeben und sich selbst zum “Beschleunigungsdirektor” ernennen, dessen erste Aufgabe es ist, alle Prozesse besser und schneller abzuwickeln?
  7. Verbringen Sie mehr Zeit mit Ihren Kunden
    Alles klar: Ihr Terminkalender ist voll und Sie haben keine Zeit, um sich um Ihre Kunden zu kümmern. Vielleicht später. Oder nächstes Jahr? Oder denken Sie vielleicht, dass das nicht Ihre Aufgabe, sondern die der Sales-Verantwortlichen ist? Aber wie können Sie entscheiden, welche IT-Strategien Sie fahren, wenn Sie sich nicht in den Kunden hineinversetzen und um seine Probleme wissen, seine Herausforderungen und seine Erfolgsmomente? Wenn Sie diese Erfahrungen nicht aus erster Hand haben, sind Sie darauf angewiesen, was Ihnen andere erzählen. Reicht Ihnen das? Und sind Sie nicht dann wieder einer, der nur hinterher trottet und darauf vertraut, was andere ihm erzählen, das draußen in der Welt passiert? Wie wollen Sie kundenorientierte Innovationen selbstbewusst und nachhaltig vorantreiben, wenn Sie Ihr Wissen nicht aus erster Hand beziehen?
  8. Mobilisieren Sie Ihr Unternehmen
    Sie werden kaum jemanden treffen, der die Geschwindigkeit überschätzt hat, mit der neue Mobilitätstechnologien mit ihren Smartphones und Tablet PCs und intelligenten Zugangsgeräten das Business auf den Kopf stellen. Aber es gibt viele Menschen, die zögern, weil sie nicht sicher sind,  und die zuerst einmal schauen wollen, welche Plattform sich durchsetzt. Die Zögerer werden die Verlierer sein. Deshalb rate ich Ihnen folgendes: Nehmen Sie Ihre mobilen Strategieplan aus der Tasche und beschleunigen Sie jedes darin enthaltene Projekt um 50%. Auch wenn es brutal schwer wird, die neuen Deadlines einzuhalten, denken Sie daran, wie brutal es erst sein würde, wenn die Konkurrenz diesen Raum besetzt und ihren vertrauten Marketplace auf den Kopf stellt, nur weil Sie glaubten, dass die mobile Revolution vielleicht doch nicht real und mehr ein Hype war.
  9. Sehen Ihre Kollegen IT-Ausgaben als Investitionen oder als Overheads?
    Diese Frage hat nichts mit Buchhaltung zu tun oder mit der Unterscheidung OpEx versus CapEx. Sie hat mehr mit dem Vertrauen zu tun, das man Ihnen entgegen bringt und mit Ihrer Fähigkeit und Bereitschaft, Ihre Visionen anderen gegenüber zu formulieren – mit Leidenschaft und tiefer Kenntnis der Kunden, des Mitbewerbs und des Business, in dem Sie sich bewegen. Denken Sie darüber nach: Präsentieren Sie Budgetvorschläge für IT oder Budgetvorschläge für Wachstum und Innovation und mehr Kundeninteraktion, die durch IT möglich wird? Geben Sie Ihren Kollegen im Unternehmen das Gefühl, dass sie mit Hilfe der IT ihre individuelle Arbeit besser erledigen und dabei glänzen können? Und dass der intelligente IT-Einsatz Ihrem Unternehmen konkrete Wettbewerbsvorteile bringt? Oder erwecken Sie den Eindruck, dass IT ein ziemlicher Drecksjob ist, den man am besten los wird, indem man ihn möglichst günstig auslagert?
  10. Würden Sie es begrüßen, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter in Ihrer IT-Abteilung arbeitet?
    Haben Sie jemals darüber nachgedacht? Wie sieht Ihre Antwort aus? Wie viel Verantwortung sind Sie bereit, für die Antwort zu übernehmen? Sehen Sie sich als kleine Bauernfigur am Schachbrett des Lebens oder sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen? Sind Sie kundenfokussiert, nach vorne orientiert, innovativ, mutig und unerschrocken, was die Prioritätensetzung betrifft? Sind Sie stolz auf die Arbeit, die Sie und Ihr Team jeden Tag machen? Stolz auf das, was Sie erreichen? Stolz auf die Innovationen, die Sie vorantreiben? Stolz auf die Kultur, die Sie mitgestalten und befördern? Sind Sie stolz genug, dass Sie sich vorstellen können, diese Umgebung auch mit Ihren Kindern zu teilen? Und wenn nicht? Was müsste sich ändern, dass Sie es könnten?
  11.  

Den Originalbeitrag zum Nachlesen finden Sie übrigens hier.

Comments»

1. Der CIO als Business Leader « Business Ready Blog - September 1, 2011

[…] wieder fällt in diesem Block der Begriff des ALIGNMENT (10 Dinge, über die CIOs nachdenken sollten / CIOs im Interview: IT im Wandel / Warum IT-Projekte heute scheitern). Und immer, wenn er fällt, […]


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