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Die Cloud-Vorbehalte sitzen tief March 24, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Fun, Trends.
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Wer Ende des 19. Jahrhunderts durch den amerikanischen Osten zog, konnte sie noch sehen: die Dinosaurier der Industrialisierung – riesige Wasserräder, die durch den Ausbau des Stromnetzes als Energieerzeuger obsolet geworden waren und nun langsam in sich zusammenfielen.

imageIch liebe das Bild von den Wasserrädern, das Nicholas Carr in seinem Buch The Big Switch zeichnet und ich muss zugeben, ich verwende es immer wieder als Einstieg in die Cloud-Thematik. Weil Unternehmen heute in einer ähnlichen Situation sind wie die Fabrikbetreiber im 19. Jahrhundert, die plötzlich merken, dass sie sich um die Stromerzeugung nicht mehr kümmern müssen und sich nun eigentlich auf das konzentrieren könnten, wozu sie angetreten sind. Aber Konzentration ist anstrengend. Deshalb bin ich sicher, es gab auch um diese Zeit Unternehmen, die weiterhin Wasserräder in die Landschaft stellten, bevor sie die Produktion in ihrer Fabrik aufnahmen. Genauso wie es heute Unternehmen gibt, die ihre Innovations-Budgets immer noch liebend gern in der Verwaltung schwerfälliger, aber liebgewordener (weil ständig unser Engagement fordernder, uns brauchender) IT-Infrastrukturen verbraten.

Dabei gäbe es so viel Wichtigeres zu tun. Denn wir wären heute soweit, dass wir uns – endlich! – von der Technik emanzipieren. Dass wir unsere Schritte nicht mehr nach der IT ausrichten, sondern einfach tun – weil wir wissen, dass sie uns als Service überallhin und auf jedes Device, das wir einsetzen, folgt. Aber dafür müssten wir zunächst ein paar Dinge loslassen. Sind wir dazu bereit?

Comments»

1. Nicolas - March 30, 2011

Danke für den Post! Auch ich finde das Bild von Carr sehr schön und einleuchtend. Ich verstehe aber die Vorbehalte gegen die Cloud vor allem mit dem Hintergrund eine fehlenden Infrastruktur was Breitbandzugänge zum Internet angeht. Diese muss erst gewährleistet sein, bevor Unternehmen, aber auch Privatpersonen, die Cloud (noch) stärker akzeptieren.

Grüße,
Nicolas

Wolfgang Tonninger - March 30, 2011

Danke für ihren Comment. Breitband ist natürlich ein Kriterium. Aber da hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Und da tut sich beinahe minütlich etwas.
Muss leider zugeben, dass der Vergleich, der uns so gut gefällt – so schön er ist – hinkt. Das wurde mir gerade in den letzten Tagen, seit ich den Betriag postete, immer klarer. Klar wird in Zukunft viel an IT-Ressourcen aus der Cloud bezogen werden. Klar ist aber auch, dass die Zukunft hybrid sein wird. Was das heißt? Dass es weiter Wasserräder geben wird – ganz große und relativ kleine. Der Grund ist einfach: Weil IT anders bezogen wird als der elektrische Strom und weil es gesetzliche Auflagen gibt und wahrscheinlich auch in Zukunft geben wird, die verlangen, dass wir ein paar Dinge lokal halten müssen.

2. Cloud Computing: Von eckigen Kreisen und Wolken, die keine sind « Business Ready Blog - April 1, 2011

[…] passiert jetzt laufend. Denn als ich letzte Woche hier am BusinessReadyBlog großspurig die These formulierte, dass es den Rechenzentren wie den Wasserrädern gehen wird, die […]


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