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Was kommt nach dem Browser? April 26, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Microsoft, New World of Work, Trends, User-Experience.
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Dass Browser dazu da sind, um Internetseiten bzw. HTML-Inhalte darzustellen, gehört heute zum 1×1 der Web-Literacy. Und dass eine Anwendung ein Folge von Regeln ist, die auf einem Computer ausgeführt werden können. Und dass bei einer Web-Anwendung diese Regeln auf einem Webserver ausgeführt werden und dabei eine Interaktion mit dem Webbrowser erfolgen kann.

Was aber, wenn die Darstellung von Inhalten bereits das Ergebnis einer Interaktion ist? Wenn die Grenzen von Browser und Anwendung verschwinden, wenn im Browser ununterbrochen neuer Code ausgeführt werden will(Stichwort: Add-ons, Plug-ins) und der Ort der Ausführung zunehmend prekär wird?

Diese Frage stellen sich auch eine Gruppe von Microsoft Entwicklern, die mit C3 (Cloud Computing Client?) an einer neuen, experimentellen, rekonfigurierbaren und offenen Plattform für HTML-basierende Anwendungen basteln. Dass dabei die alten Dualitäten aus den Angeln gehoben werden, versteht sich beinahe von selbst.

The common conception of a (client-side) web application is some collection of HTML, CSS and JavaScript (JS) that is hosted within a web browser and that interacts with the user in some non-trivial ways. The common conception of a web browser is a monolithic program that can render HTML, execute JS, and gives the user a portal to navigate the web. Both of these are misconceptions: nothing inherently confines webapps to a browser’s page- navigation idiom, and browsers can do far more than merely render content.

Viel ist noch nicht über das Projekt durchgesickert. Es soll in Verbindung mit einem anderen Microsoft Forschungsprojekt stehen, das unter dem Namen Xax läuft und das ebenfalls um die Frage kreist, wie man im Web sichere, Plattform-unabhängige und zugleich reiche User-Erfahrungen der nächsten Generation schafft. Mary Jo Foley von ZDNet hat die Fährte aufgenommen. Im Juni wissen wir mehr.

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“My office is where I am” – ein Erfahrungsbericht April 21, 2011

Posted by twistedtwin156 in Business, Fun, Microsoft, New World of Work, Trends, Wertschöpfung.
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Das ist nur ein Test. Kein Grund zur Panik. Oder doch? Seit drei Wochen testen wir in unserem Team bei Microsoft Österreich, wie sie sich anfühlt, die neue Welt des Arbeitens. Sicher, wir profitieren clip_image001schon lange von den flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit, von überall produktiv zu sein, dank Laptop und Smartphone. Und wir wissen auch, dass der 9-to-5 Job “gefesselt” am Schreibtisch nicht die Zukunft darstellt.

Aber wie fühlt es sich wirklich an, dem Gewohnheitstrieb (mein Tisch, mein Platz, …) und dem Herdentrieb (mein Team sitzt um mich herum) entgegen zu wirken? Morgens aufzustehen und nicht “automatisch” ins Office zu fahren? Erst nach einem Blick in den Kalender zu entscheiden, wo und wie ich meine Termine und Aufgaben für den Tag am produktivsten erledige?

Bild: Unsere Schreibtische wurden “unzugänglich” gemacht

Das große Vorbild dazu liefert die niederländische Microsoft-Niederlassung in Amsterdam – das Video unten gibt einen interessanten Einblick in die Architektur, aber vor allem die Kultur, die nötig ist, um ein solches Konzept erfolgreich zu machen. Wie kann ich ein Unternehmen führen, in dem alle auf gemeinsame Ziele hinarbeiten, auch wenn ich die Mitarbeiter nicht ständig im Zugriff habe? Wenn ein Büro “nur mehr” Begegnungsstätte ist, aber nicht mehr der vorrangige Ort, an dem Arbeit erledigt wird? Wie geht das Management mit dem Kontrollverlust um, wenn es darauf vertrauen muss, dass die Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen, ohne dass es ihnen dabei über die Schulter schauen kann?

Große Fragen – aber zurück zu unserem kleinen Test. Folgende Punkte haben sich für mich in den letzten Tagen herauskristallisiert:

  • Die Wahrnehmung der Anderen: Home Office = Freizeit: Erzählen Sie einmal Freunden, Sie machen öfters Home Office. Von “Fein, dann kannst ja ausschlafen” bis zu “Arbeitest du auch einmal was?” ist an Reaktionen alles dabei. In Österreich wird offensichtlich nur im Büro gearbeitet. Und das, obwohl überarbeitet sein schick ist – in den Nachtstunden von zu Hause auch noch schnell ein paar E-Mails schicken macht einen super-busy Eindruck. Aber bitte nur als Zusatzbelastung zum Zeit-Absitzen im Büro.
  • Aufwändigere Tagesplanung: Manchmal kann es ganz angenehm sein, sich keine Gedanken über die Planung seines Tages machen zu müssen. Aufstehen, ins Büro fahren, und dann einfach einmal schauen, was so anfällt. Dort zu arbeiten, wo ich am produktivsten bin, heißt eben auch: mir Gedanken machen, was ich heute eigentlich erreichen will.
  • Interaktion im Team: Trotz Video-Chat und Online Meetings darf der persönliche Kontakt nicht auf der Strecke bleiben. Wir sind im Team ohnehin viel bei Kundenterminen unterwegs, aber man hat sich doch öfters im Büro gesehen. Ein schneller Kaffee da, ein Mittagessen dort. Man glaubt nicht, was das ausmacht. Inzwischen freue ich mich schon fast auf die seltenen Tage im Büro mit internen oder Team-Meetings…naja, wie gesagt – fast Smile.
  • Selbstversorgung: Anfangs noch ein belächelter Einwand mancher Kollegen (“Und wo krieg ich was zu essen her?”), stellt sich die Infrastruktur im Büro doch als sehr komfortabel heraus. Der Obstkorb zum Beispiel, oder die Kantine gegenüber – ganz zu schweigen von der Kaffeemaschine. Kleine Dinge, die allzu leicht vergessen werden.

Zusammengefasst – ich genieße die neue Welt des Arbeitens. Schon in zwei Monaten wird das Microsoft-Büro in Wien umgebaut, damit auch die Räumlichkeiten diese Arbeitsweise unterstützen. Eine spannende Umstellung – ich freue mich darauf!

Interview: Im Westen viel Neues. Zu Besuch im Vorarlberger Medienhaus April 19, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Interviews, Kosten, Referenz, Trends, Wertschöpfung.
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Ende März waren wir in Vorarlberg und sprachen mit den Geschäftsführern von Vorarlberger Medienhaus und der Teleport Consulting und Systemmanagement, die für den kompletten IT-Betrieb des Medienhauses verantwortlich zeichnet – Mag. Markus Raith (links) und Ing. Peter Rädler (rechts).

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Hier ein Auszug aus unserem Gespräch.

BIZofIT: Und wie tut sich das Medienhaus im Konzert der Großen?

Markus Raith: Im Vergleich zu den europäischen Medienhäuser wie Axel Springer sind wir ein kleines, regionales Medienhaus. Allerdings sehen wir uns als sehr innovationsgetrieben und versuchen, unsere Spezialitäten, die wir für den regionalen Markt entwickeln, in weitere Märkte zu multiplizieren.

Peter Rädler: Um diesen Anspruch einzulösen ist es notwendig, frühzeitig und an vorderster Stelle Know how aufzubauen. Wir sind in der glücklichen Lage, mit dem Vorarlberger Medienhaus einen Kunden zu haben, wo es nicht nur geduldet, sondern erwünscht ist, dass wir immer die neuesten Technologen testen, mit ihnen spielen und diese einsetzen. Das ist ein riesen Vorteil, den andere ISPs in diesem Bereich nicht haben. Dass wir in dieser besonderen Partnerschaft mit dem Medienhaus wirklich alles im Vorfeld durchspielen können, bevor wir es dann auch anderen Kunden anbieten.

BIZofIT: Kann man daraus auch einen Stellenwert ableiten, den Technologie für Sie hat bzw. inwiefern ist Technologie für Sie ein Innovationstreiber?

Markus Raith: Für uns es entscheidend, dass wir neue Online-Geschäftsmodelle hier in Vorarlberg testen, um sie rasch auf den Markt zu bringen. Wenn sich ein Geschäftsmodell hier bewährt, müssen wir auch in der Lage sein, dieses schnell auszurollen. Dabei ist natürlich auch die Skalierung der IT-Services ein wesentlicher Aspekt.

Peter Rädler: Und dabei spielen unsere Anstrengungen der letzten Jahre in Richtung Zentralisierung und Standardisierung eine wesentliche Rolle. Mit dem Resultat, dass wir heute in Schwarzach unsere IT-Services über eine Private Cloud abrufen können.

BIZofIT: Was heißt das konkret?

Peter Rädler:  … dass heute jeder in unserem Unternehmensverbund über das digitale Bestellwesen Software bestellen kann und die IT-Abteilung führt dann auf Knopfdruck den Rollout der Software länderübergreifend aus.  Was früher zwei bis drei Tage gedauert hat, passiert heute in 15 Minuten oder einer Stunde, je nachdem.

BIZofIT: Wir wird sich die Cloud-Technologie Ihrer Einschätzung nach entwickeln?

Peter Rädler: Ich bin davon überzeugt, dass die Cloud in Zukunft immer wichtiger wird. Und hier denke ich vor allem an die Public Cloud und die ganzen Hybrid-Formen, weil auch in Zukunft bestimmte Daten lokal liegen werden und – auch aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen – lokal liegen müssen, andere Daten und Anwendungen jedoch verstärkt in die Cloud wandern werden. Und weil jedes Unternehmen anders ist, geht es in Zukunft darum, möglichst flexible Lösungen anzubieten. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere eigenen Lösungen schon jetzt in die Azure Cloud von Microsoft legen, um Erfahrzungen zu sammeln. Erfahrungen, die wir später brauchen werden, um als ISP und Service-Anbieter den KMU-Betrieben solche Dienstleistungen anbieten zu können.

Danke für das Gespräch.

Das ganze Gespräch plus VIDEO finden Sie in der neuen Ausgabe unseres BIZofIT-Web-Magazins.

Interview: Zum ROI von Einhörnern oder: wie man den Social Media Erfolg messen kann April 14, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Interviews, New World of Work, Trends, Wertschöpfung.
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Über Social Media Visionen und Realitäten sprachen wir mit Mag. Martina Grom, Geschäftsführerin des IT-Dienstleistungsanbieters und Microsoft Gold Partners atwork, die ihr Know how seit über zehn Jahren erfolgreich bei der Beratung, der Umsetzung und Wartung von IT-Lösungen einsetzt und erst kürzlich – als eine von 8 ExpertInnen weltweit – zum “Most Valuable Professional (MVP) für Office 365” ernannt wurde.

ReadyBlog: Frau Grom, Sie hielten diese Woche einen Vortrag auf der FH-Wien über Social Media abseits von Marketingkampagnen und versahen diesen mit dem wunderschönen Untertitel “Every time you ask for the ROI of Twitter a unicorn dies“. Was tun? Stehen ROI und Kommunikation im Falle der Social Media tatsächlich auf unversöhnlichem Kriegsfuß oder geht es vielleicht darum, dass wir unseren ROI-Begriff anpassen bzw. erweitern?

image MartinaG: In Social Media geht es vor allem um Kommunikation und wie man miteinander umgeht – das ist schwer zu messen. Klassische Messmethoden für Reichweitenmessung sind da vielleicht nicht mehr der richtige Ansatz und wir müssen uns neue Maßgrößen erschaffen. Reichweite um jeden Preis kann nicht die Lösung sein, wir wollen ja in Kontakt treten und uns austauschen, Informationen teilen. Der Nutzen von Information kann nicht an der Anzahl der Follower gemessen werden – der Einfluss zählt. So wie wir den Umgang mit dem Internet lernen mussten – von der zweidimensionalen Konsumseite zum Kommunikationskanal des Web 2.0, so haben wir jetzt auch die Chance, die Messungen zu hinterfragen. Ein gelungener Mix aus allem wird ein guter Weg sein.

ReadyBlog: Für viele Unternehmen erschöpft sich ihr Social Media Engagement in der Erstellung einer Facebook-Fanpage. Dabei sind das eigentlich interessante ja sogenannte Facebook Apps, die eine Tiefenintegration auf Datenebene leisten. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht bzw. worauf sollte man dabei achten?

MartinaG:
Für die diesjährigen Big>Days haben wir für den Microsoft Learning Partner ETC die Facebook App „Cloud Yourself“ implementiert. Die App war nicht auf Facebook beschränkt, sondern das „Erlebnis“ stand im Vordergrund: Besucher der Big>Days konnten sich in der Cloud-Yourself-Leinwand fotografieren lassen und ein Statement zur Cloud abgeben. Foto und Spruch wurden dann auf Facebook geladen, wo sie angesehen werden konnten. Auf jeder Station der Big>Days Roadshow wurde dann ein Preis verlost. Die Facebook App war also in ein Erlebnis integriert – Besucher konnten auch gleich ihre Fotos ansehen. Damit blieben wir nicht nur auf Facebook beschränkt. Für ETC war die App ein wunderbarer Multiplikator: sie konnten die Anzahl der Fans verdreifachen UND haben zusätzlich auch die für das Unternehmen relevante Zielgruppe erreicht.

ReadyBlog: Was sagen Sie Firmen, die ihren Mitarbeitern Social Media verbieten? Oder anders gefragt: gibt es ein Unternehmen 2.0 ohne Web 2.0?

MartinaG: Unternehmen unterschätzen leider sehr oft das Potential ihrer Mitarbeiter. Wenn der Zugang zu Social Media in Unternehmen unterbunden wird, muss dadurch nicht unbedingt die Produktivität gesteigert werden. Social Media ist ein weiterer Kommunikationskanal, den es zu nutzen gilt. Viele Kampagnen und Werbemaßnahmen können durch die Integration von Mitarbeitern in die Kommunikation aufgeladen werden. Das heißt: es muss nicht immer nur die Markenbekanntheit das Ziel sein – es kann auch um Korrekturen des Firmen-Image gehen oder um das Ansprechen neuer Mitarbeiter.

Danke für das Gespräch.

Interview: Herr Kunz, warum wählten Sie für rapidAID ein Cloud-Hybrid-Modell? April 8, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Interviews, Wertschöpfung.
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Neulich, am Virtualization Day Anfang März, trafen wir auch Thomas Kunz, Head der sg. Support Center – einer Technologie-Trend- und Innovationseinheit – von Siemens IT Solutions and Services (SIS), der dort mit rapidAId eine SaaS-Lösung zur Softwareverteilung präsentierte.

image BIZofIT: Herr Kunz, die Möglichkeiten der Cloud sind genauso vielfältig wie ihre Definitionen. Was verstehen Sie unter Cloud Computing?

Thomas Kunz: Eine der ältesten und besten Cloud-Computing-Definitionen stammt meines Erachtens von Gartner: „A style of computing where massively scalable IT-related capabilities are provided as a service using Internet Technologies to multiple external customers.“ Ich habe sie erstmals im März 2009 von Holger Sirtl, Microsoft Deutschland, gehört. Hinzu kommt im Prinzip nur noch das Verrechnungsmodell „on demand“ oder „pay as you go“. Legt man diese Definition an, so ist es eigentlich egal, ob – sagen wir – eine „Private Cloud“ in Wahrheit eine On-Premise Lösung in einem Rechenzentrum ist.

BIZofIT: Den Kunden ist es aber nicht egal. Sie wollen – auch aus Sicherheitsüberlegungen heraus – sehr genau wissen, wie und wann die Internet-Technologie dabei ins Spiel kommt.

Thomas Kunz: Schauen Sie: Jeder will den Weg in die Wolke gehen. Aber kaum einer ist bereit, die IT-Infrastruktur und –Applikationsumgebung, die er über Jahre mühsam aufgebaut hat, einfach so wegzuwerfen. Deshalb führt der Weg in die Public Cloud beinahe zwangsläufig über Mix- oder Hybrid-Lösungen, weil diese der Realität entsprechen. Und Teil dieser Realität ist, dass bestimmte Dinge auch in Zukunft lokal gehalten werden. Auch aufgrund von Sicherheitsüberlegungen und rechtlichen Auflagen.

BIZofIT: Sie haben gerade mit rapidAID eine Cloud-Lösung auf der Azure Plattform entwickelt. Was kann Sie und wo liegen ihre Stärken?

Thomas Kunz: rapidAID ist eine Lösung zur Verteilung von Content und Software (unternehmensweiten oder in einem Unternehmensverbund), die vor allem zwei Dinge kann: Sie funktioniert 1) Device-unabhängig – also für wirklich jede Art von Clients, vom Phone 7 über den iPAD bis hin zum Computertomographen, wenn Sie wollen.  Und Sie löst 2) die Sicherheits-Thematik, die dabei auftritt, auf eine völlig neue Art und Weise: Weil das Update immer vom Client ausgeht und die Sicherheit dort über Zertifikate hergestellt wird, können Security-Hürden/Firewalls elegant eingehalten werden, ohne zum „Blocking Point“ zu werden.

BIZofIT: Ist das auch ein Grund, warum Sie für Ihre rapidAID-Lösung ein Cloud-Hybrid-Modell wählten?

Thomas Kunz: Das hat zweifellos eine große Rolle gespielt. Indem wir die IT des Kunden mit einer Cloud-Lösung zusammen bringen, entsteht eigentlich erst der Mehrwert dieser Lösung. Das Hybrid-Modell schlägt sozusagen die Brücke zwischen der IT des Kunden und der Cloud.

Danke für das Gespräch.

Übrigens: Eine Nachlese zum Virtualization Day mit allen Vorträgen gibt es hier!

Cloud Watching at its best April 4, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Dynamic_Systems, Fun.
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Hier noch ein Nachtrag zum letzten Post. Die bei TwoBadMice herausgegebene Postkarte von Anita Jeram, die mich dazu inspirierte. Love this Card!

cloudwatching

Cloud Computing: Von eckigen Kreisen und Wolken, die keine sind April 1, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Fun, Trends.
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Neulich fiel ich aus allen Wolken – als mir klar wurde, dass die “Private Cloud” nicht ein Rechenzentrum ist, das in die Wolke gehoben und dort dediziert betrieben wird, sondern umgekehrt dafür die Cloud ins Rechenzentrum geholt und dort On-Premise betrieben wird. Dass man also im Rechenzentrum die Wolke sozusagen nachbaut und damit das Prinzip der Bereitstellung von IT-Infrastruktur als Service (IaaS) in den eigenen Unternehmenswänden umsetzt. Warum? Um Mitarbeiter mündiger, Kosten bewusster, IT-Verteilung einfacher und Unternehmen, die ihr Rechenzentrum bereits gut entwickelt haben, im Umgang mit der Cloud noch wendiger zu machen. Microsoft hat dafür eine Abkürzung, die sich nicht zu verstecken braucht: SCVMMSSP 2.0. (Wer den Namen aussprechen/ausschreiben kann und uns seine Anschrift verrät, dem schenken wir das Büchlein: “Cloud Computing for Dummies”)

Neulich passiert jetzt laufend. Denn als ich letzte Woche hier am BusinessReadyBlog großspurig die These formulierte, dass es den Rechenzentren wie den Wasserrädern gehen wird, die Ende des 19. Jahrhunderts in sich zusammenfielen und langsam aus der amerikanischen Industrielandschaft verschwanden, war ich von ihrer technopoetischen Halbwertszeit überzeugt. Heute weiß ich, dass ich damals so etwas wie einen Cloud-Deffekt hatte. Er stellt sich ein, wenn man zu lange in den Himmel schaut.

Mir geht es schon viel besser. Ich kann sehen, dass dieser wie beinahe jeder Vergleich hinkt. Obwohl er schön anzuschauen ist. Nach wie vor. Es macht nichts, dass es weiterhin Wasserräder geben wird. Mir macht es nichts. Die Zukunft der Cloud wird hybrid sein. Und die IT ist etwas anderes als der elektrische Strom. IT aus der Steckdose? Von wegen. Dafür ist sie wohl ein bisschen zu intelligent. IT als Service? Allemal. On-Premise in der Private Cloud. Oder aus der Wolke über die Public Cloud. Die Verwirrung bleibt dieselbe. Und das Prinzip bleibt es auch. Es heißt: Computing-On-Demand. Bedarfsgerechter Bezug von IT. Nutzungsabhängige Bezahlung von IT.

Dank der Cloud werden wir uns in Zukunft innerhalb pulsierender Infrastrukturen bewegen und die IT wird uns folgen wie ein Schatten. Kabellos. Schon wieder so eine Metapher. Gut, dass man nicht über sie stolpern kann.

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