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Warum wir für die “Zukunft” einen Plural brauchen October 4, 2011

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Networking, New World of Work, Studien, Trends.
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Viel ist die Rede von der Zukunft. Vor allem auch im Zusammenhang mit Arbeit und Bildung. Da gibt es naturgemäß jede Menge Propheten, die einen besonderen Draht zu ihr beanspruchen. Versehen werden solche Prognosen am Ende dann meist noch mit einer Zahlenschleife, damit ein Liste entsteht. Das liest sich dann immer so ähnlich wie: die 5 wichtigsten, die 10 großen, die 3 richtungweisenden Tendenzen, Prioritäten, Aufgaben, Herausforderungen etc. Dabei bräuchten wir statt all dieser Listen viel eher einen Kompass, der Orientierung bietet.

Daniel W. Rasmus macht es anders. In seinem Buch “Listening to the Future” entwirft er – ausgehend von den bestimmenden Kräften unserer Zeit (wie Globalisierung, Demographischer Wandel, die zunehmende Vernetzung und Durchdringung mit Informationstechnologie, die Entwicklung in Richtung Transparenz und Standardisierung, der Vermischung von Arbeit und Leben und eine wachsende Sorge in Bezug auf Umwelt und Energie) – ein Bezugssystem, das nicht mit Antworten protzt, sondern zunächst einmal hilft, die richtigen Fragen zu stellen:

Each driving force suggests questions rather than answers. Will globalization continue on its current course, or trigger a backlash of resurgent nationalism and regional conflict? Will aging workers leave the workforce, stick around beyond traditional retirement age, restart careers late in life, or shed the “workaholic” tendencies associated with Baby Boomers troughout their working lifes in favor of a more balanced view of work and life? Will networks and technology help large organizations consolidate their power by leveraging their scale, leaving ever smaller opportunities for competitors, or will power shift to nimble players able to collaborate in opportunistic partnerships in a more innovative, dynamic world?

The outcomes of these and other similar questions don’t point to one future but to many, each with its own attributes and implications for work and business. The scenario planning methodology helps lay out the possibilites like points on a compass, with the axes determined to the two most important uncertainties… At Microsoft, we chose to define the north-south uncertaintiy axis as the predominant organizing principle of the world: centralized and hierarchical or distributed and networked. The east-west axis is definded by the trajectory of globalization: towards greater global integration or towards a more bordered, regionally focused world.

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Die Szenarien zeichnen ein Bezugssystem für die Geschichten über die Zukunft. Sie sagen nicht vorher, was passieren wird, sondern schaffen erzählte Umwelten (oder Erzählwelten), mit deren Hilfe man Annahmen prüfen, Kreativität beflügeln und Möglichkeiten ausloten kann. Innerhalb dieser Szenarien fungieren die Geschichten als “Windkanal für Ideen”. Die Turbulenzen der Erzählung verraten, ob das Ideendesign mit der Logik der Welt kollidiert oder nicht.

Geschichten als Windkanal für Ideen. Ein Ansatz, der inspiriert. Auch deshalb, weil die neue Welt der Arbeit ein Studienfeld für Diversität sein wird. Was heißt, als dass wir mit dem Plural leben lernen müssen. Einer Vielzahl an Arbeitsstilen, –kulturen, -persönlichkeiten und –zugängen. Keine Wahrheit, sondern Wahrheiten. Auch, weil im Unternehmen der Zukunft bis zu 5 Generationen miteinander auskommen und im besten Fall kreativ sein werden. Das sind die Geschichten, die die Zukunft erzählt. Übrigens: Diese Vielfalt hat auch eine politische Dimension. Sie lebt vom Miteinander und nicht von der Ausgrenzung. Aber das wissen Sie ja ohnehin.

Achtung: Die ersten drei Kommentare erhalten ein Exemplar des Buches: Listening to the Future.

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