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Wie cool ist Co-working? January 26, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Networking, New World of Work, Trends, Wertschöpfung.
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Dass die neue Welt der Arbeit kein Synonym ist für das Arbeiten im Home-Office, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen. Ein Aufatmen ist zu hören – von Unternehmerseite genauso wie von Seiten der Mitarbeiter, die wissen, wie es ist, wenn man daheim allmählich den Verstand verliert. “Home Office kann zum Wahnsinn führen” schreibt Michael Bartz in seinem NWoW-Blog – und da bedeutet Co-working für viele eine Art Rettungsanker bzw. einen wichtigen Moment sozialer Kontrolle, wenn einem die Freiheit zu Kopf steigt und die Selbstkontrolle nicht mehr greift.

Dazu DiePresse: “Denn mit der Freiheit ist es so eine Sache. Die will gut ausgehandelt sein, vor allem mit sich selbst. Und vor allem dann, wenn man als kreativer Freelancer arbeitet. Zuerst denken viele: Wozu im Büro sitzen, wenn man doch mit Laptop und Handy überall arbeiten kann? Dann wird schnell klar: So einfach ist das Arbeiten im Kaffeehaus oder am Küchentisch dann doch nicht. Denn ewig lockt die wahre Freiheit, das Schwimmbad, das Buch, das Kino – und schneller, als man für möglich hält, hat man seine Aufschiebe-Technik derart perfektioniert, dass man nur mehr faulenzt, wenn andere arbeiten und arbeitet, wenn andere faulenzen. Und im Ernstfall wird man durch das viele alleine Arbeiten auch ein wenig schrullig obendrein. Also sucht man sich erst recht wieder kollegiale Nestwärme und marschiert reuig dorthin, wo man hergekommen ist: ins Büro. Nicht in das archetypische Büro der Krawattenträger, Kantinen und des gelangweilten „Mahlzeit!“-Hin- und Hergeraunes, sondern in ein Gemeinschaftsbüro, in einen „Co-working Space“, wie man neuerdings sagt.”

Das Interessante dabei ist, dass Co-working Spaces nicht nur Freelancern, Startups, Selbständigen oder prekär Beschäftigten eine Plattform bieten, wo sich gut arbeiten und netzwerken lässt, sondern neuerdings auch ganz “normalen” Angestellten, weil – wie Michael Bartz betont – nicht jeder die Möglichkeit hat, jene mentale und geistige Abgrenzung vorzunehmen, die für ein produktives Arbeiten notwendig ist, wenn die räumliche Abgrenzung, die der Arbeitgeber bietet, immer mehr aufgeweicht wird.

Doch aufgepasst: es handelt sich hier nicht um die Wiedergeburt des Büros aus dem Geiste der neuen Arbeitswelt. Co-working stellt die klassischen Hierarchien auf den Kopf. Was hier passiert, ist ein Miteinander, das aus der Not ein Tugend macht. Peer-to-Peer-Kommunikation in Reinkultur. Doch bis diese neuen Co-working-Plattformen die alten Unternehmensstrukturen ersetzen, wird es noch eine Weile dauern. Und bis dahin tun wir so, als ob alles beim Alten wäre – nur eben auf den Kopf gestellt. Denn hier bezahlen wir, um arbeiten zu können. Und arbeiten nicht, um bezahlt zu werden.

An update is available for your mind January 20, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Competition, Fun, Microsoft, New World of Work.
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Vor knapp einem Jahr prognostizierten wir in diesem Blog das Ende der Ideologien – angesichts ganz neuer Produktivitätsnetzwerke, die die Unternehmensgrenzen porös werden lassen. Und doch gibt es sie noch immer. Die Gegensätze. Die Ideologien.

Die einen sehen in Open Source nur die anti-kommerzielle Bewegung, was zu kurz greift, die anderen eine Option nur für jene, die zu viel Zeit und Geld haben. Was ebenfalls zu kurz greift. Die einen glauben sich mit einem Mac die Freiheit zu kaufen, um kreativ zu sein (gefühlte 80% der Open Source Entwickler arbeiten auf Mac, was eigentlich ziemlich schräg ist), die anderen (ich denke an Jonathan Zittrain) sehen darin eine Appliance, die den User zu einem Konsumenten in einem höchst komfortablen, aber geschlossenen System macht. Die einen sehen in Microsoft den bösen Monopolisten, die anderen den einzigen Plattformanbieter, der unsere End-to-End-Bedürfnisse (inklusive alles iDevices!) integrieren kann.

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Mit Hans Berndl, seit kurzem Manager für Strategisches Marketing und Technology Evangelist bei Microsoft Österreich, sprachen wir – ebenfalls hier auf diesem Blog – sehr offen darüber, wie offen Microsoft eigentlich ist und wie Microsoft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Dabei wurde eines klar: Die Öffentlichkeit funktioniert wie ein Boulevardmedium und die Wirklichkeit als Singular gehört abgeschafft. Ein Nachtrag zu diesem Gespräch erreichte mich gestern in Form eines Cartoons, das ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Vom Immobilienportal zur Datendrehscheibe January 17, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Interviews, Referenz, Wertschöpfung.
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Der erste Schritt in Richtung internationaler Skalierung passierte bereits 2001, als man für ein Großprojekt mit einem Hamburger Bankhaus ein redundantes Rechenzentrum aus dem Boden stampfte. Nur war die Zeit und vor allem die Technologie noch nicht reif, den Ideen von Markus und Alexander Ertler, den Geschäftsführern der ERESNET GmbH, auch ein geeignetes Business-Modell entgegenzuhalten: Damals erkannten wir auch, dass wir unsere Infrastruktur und Expertise auch für potenzielle Mitbewerber nutzen können. Das war ein völlig neuer Zugang. Die geeignete Technologie dafür kam erst Jahre später mit der Cloud.“

Inzwischen ist die ERESNET als Immobilienportalbetreiber der unumstrittene Marktführer in Österreich und dabei, sich mit Hilfe der Cloud-Technologie als Datendrehscheibe für den Markus Ertlerinternationalen Markt neu zu erfinden. Die Hausaufgaben wurden jedenfalls in einer Art und Weise gelöst, die Respekt verdient. Denn um den Anforderungen der Immobiliebranche und der Cloud-Technologie gleichermaßen gerecht zu werden, wurde nicht nur das Datenbankmodell so adaptiert, dass die Antwortzeiten trotz riesiger Datenmengen konstant bleiben. Auch das Business-Modell wurde an die Herausforderungen eines internationalen Immobilienmarktes angepasst: „Uns geht es um eine Professionalisierung der Immobilienwirtschaft. Und dafür ist es notwendig, dass jeder Marktteilnehmer die Daten und Werkzeuge bekommt, die er für seine Arbeit braucht – ob das nun eine Maklersoftware ist oder ein Portal oder eben eine Echtzeitschnittstelle, über die er seinen Kunden die Daten zur Verfügung stellt. Wer in dieser Hinsicht offen ist für Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen und diese auch skalieren kann, wird in Zukunft erfolgreich sein.“

Lesen Sie mehr in der lesenswerten und soeben LIVE gegangenen Case Study.

Eine Revolution ohne Bedienungsanleitung January 11, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Trends, User-Experience.
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Ist es eine Kommunikationsrevolution, eine Informationsrevolution oder gar eine mobile Revolution? Sind es die sozialen Medien, die neuen Arbeitswelten, die Cloud-Services, die Devices im Vordergrund oder die semantischen und geolokalen Implikationen dahinter, die alles auf den Kopf stellen? Die Experten sind uneins – auch, weil alles zusammenspielt. Denn ohne eine aus allen Fugen geratene Kommunikation verbunden mit einer totalen Mobilmachung würde es die Informationsrevolution, die bei näherem Hinsehen vor allem eine Informationsmisere ist, wohl nicht geben.

“Distraction is the only thing that consoles us for our miseries, and yet it is itself the greatest of our miseries.” Blaise Pascal

Die NEWS aus allen offiziellen und persönlichen Informationskanälen werden uns auch 2012 überfluten. Das steht fest. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen und was wir daraus machen. Fest steht auch, dass ohne Selbstbeobachtung und Selektion gar nichts mehr geht. Wir müssen unseren Umgang mit den neuen Räumen, Freiheiten, Medien und Technologien jeden Tag aufs Neue in Frage stellen und unseren eigenen Rhythmus finden, um nicht an allen Ecken und Enden erschlossen und damit entweder total verfügbar oder total verrückt zu werden.

Denn eines ist klar: Je mehr Nachrichten wir zulassen, umso weniger Aufmerksamkeit können wir den einzelnen Meldungen widmen. Je mehr wir reden, umso weniger bleibt zu sagen. Und je beweglicher wir sind, umso weniger Raum bleibt, um Luft zu holen. Blaise Pascal, der französische Philosoph des 17. Jahrhunderts, ging so weit zu behaupten, dass alles Unglück daraus resultiert, dass wir nicht still in einem Zimmer hocken können.

Wie dem auch sei – die Ablenkungen und Zerstreuungen, die auf uns jeden Tag hereinbrechen, sind größer als je zuvor. Und wenn wir heute still in einem Zimmer hocken, dann wissen es all unsere Facebook-Freunde. Oder wir haben es mit Glaswänden ausgestattet, damit uns die anderen dabei zusehen können. Ohne Exhibitionismus geht heute fast gar nichts mehr. Auch, weil er für viele zum Synonym für Kommunikation geworden ist. Was wir dabei vergessen, ist, dass Transparenz nur wahrgenommen werden kann, wenn es daneben das Opake/Undurchlässige gibt.

Pico Iyer spricht in der New York Times vom 29.12.2011 von sogenannten „black-hole-resorts“, die überall auf der Welt aus dem Boden schießen und affige Preise dafür verlangen, dass es im ganzen Hotel kein Internet gibt.

Die Revolution kommt ohne Bedienungsanleitung. Und die Gegenrevolution ist uns wie immer auf den Fersen.

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