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Eine Revolution ohne Bedienungsanleitung January 11, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Trends, User-Experience.
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Ist es eine Kommunikationsrevolution, eine Informationsrevolution oder gar eine mobile Revolution? Sind es die sozialen Medien, die neuen Arbeitswelten, die Cloud-Services, die Devices im Vordergrund oder die semantischen und geolokalen Implikationen dahinter, die alles auf den Kopf stellen? Die Experten sind uneins – auch, weil alles zusammenspielt. Denn ohne eine aus allen Fugen geratene Kommunikation verbunden mit einer totalen Mobilmachung würde es die Informationsrevolution, die bei näherem Hinsehen vor allem eine Informationsmisere ist, wohl nicht geben.

“Distraction is the only thing that consoles us for our miseries, and yet it is itself the greatest of our miseries.” Blaise Pascal

Die NEWS aus allen offiziellen und persönlichen Informationskanälen werden uns auch 2012 überfluten. Das steht fest. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen und was wir daraus machen. Fest steht auch, dass ohne Selbstbeobachtung und Selektion gar nichts mehr geht. Wir müssen unseren Umgang mit den neuen Räumen, Freiheiten, Medien und Technologien jeden Tag aufs Neue in Frage stellen und unseren eigenen Rhythmus finden, um nicht an allen Ecken und Enden erschlossen und damit entweder total verfügbar oder total verrückt zu werden.

Denn eines ist klar: Je mehr Nachrichten wir zulassen, umso weniger Aufmerksamkeit können wir den einzelnen Meldungen widmen. Je mehr wir reden, umso weniger bleibt zu sagen. Und je beweglicher wir sind, umso weniger Raum bleibt, um Luft zu holen. Blaise Pascal, der französische Philosoph des 17. Jahrhunderts, ging so weit zu behaupten, dass alles Unglück daraus resultiert, dass wir nicht still in einem Zimmer hocken können.

Wie dem auch sei – die Ablenkungen und Zerstreuungen, die auf uns jeden Tag hereinbrechen, sind größer als je zuvor. Und wenn wir heute still in einem Zimmer hocken, dann wissen es all unsere Facebook-Freunde. Oder wir haben es mit Glaswänden ausgestattet, damit uns die anderen dabei zusehen können. Ohne Exhibitionismus geht heute fast gar nichts mehr. Auch, weil er für viele zum Synonym für Kommunikation geworden ist. Was wir dabei vergessen, ist, dass Transparenz nur wahrgenommen werden kann, wenn es daneben das Opake/Undurchlässige gibt.

Pico Iyer spricht in der New York Times vom 29.12.2011 von sogenannten „black-hole-resorts“, die überall auf der Welt aus dem Boden schießen und affige Preise dafür verlangen, dass es im ganzen Hotel kein Internet gibt.

Die Revolution kommt ohne Bedienungsanleitung. Und die Gegenrevolution ist uns wie immer auf den Fersen.

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