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Microsoft und seine Astronauten February 2, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Innovation, Interviews, Microsoft, Trends.
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Bill Hilf war Linux durch und durch. Als Senior Architect von IBM baute er zur Jahrtausendwende Linux- und Open Source-basierte Infrastrukturen für große Unternehmen und gegen alles, was nach Microsoft roch. Bis im Jahr 2004 ein Anruf kam, der Folgen hatte. Für ihn und mehr noch für Microsoft.

“Microsoft called up and said: ‘We don’t understand this open source stuff. And we need people who do,’” Hilf remembers. “I was like the first astronaut on the planet.”

Ein paar Jahre später, es war im Sommer 2008, saßen Bill Gates, Ray Ozzie und Sam Ramji, der Chefstratege in Sachen Open Source – der übrigens von Bill Hilf (Foto) an Bord geholt wurde – mit anderen Experten zusammen, um über die rechtliche Rahmenbedingungen nachzudenken, die eine Öffnung in Richtung Open Source ermöglichen sollten. Die Sitzung verlief sehr imagekontrovers – bis Bill Gates plötzlich aufstand, zum Whiteboard ging und ein Diagramm zeichnete, das zeigte wie die Sache funktionieren konnte – “from copyrights to code contribution to patents, and he said — in no uncertain terms — that the company had to make the move”, wie das Wired Magazin in dem empfehlenswerten Artikel “Meet Bill Gates, the Man Who Changed Open Source Software” sehr anschaulich beschreibt.

Sam Ramji erinnert diesen Moment als einen, der für die Neuausrichtung von Microsoft maßgeblichen Anteil hatte: “He (Bill Gates) was given little to no credit by the open source community — or anyone in the tech industry — for really understanding open source and why it can be important, how it can be a competitive advantage, and why when your competitors start to use it, you have to too. He really got it, and in that moment, he taught us all.”

Warum ich diese Geschichte erzähle?

Weil ich im O´Reilly Radar gerade über eine andere Headline gestolpert bin, die ohne diese Szene und Astronauten wie Bill Gates, Bill Hilf, Ray Ozzie und Sam Ramji erst möglich wurde: “Microsoft’s plan for Hadoop and big data” lesen wir da und ich gebe sie als Frage weiter an Georg Droschl, Datenbankspezialist bei Microsoft Österreich.

BusinessReadyBlog: Herr Droschl, was ist die Big Data Strategie von Microsoft?

GDroschl: Zuerst mal die Frage: Warum überhaupt Big Data? Und was ist das überhaupt? In den letzten drei Jahren haben wir gleichviel Daten neu erstellt, wie in der gesamten restlichen Menschheitsgeschichte. Und der Großteil der Daten, nämlich 70–80%,  liegt heute „unstrukturiert“ vor, was bedeutet, dass diese Daten nicht über klassische relationale Datenbanken zu managen sind. Das verstärkt den Druck auf Unternehmen und IT-Abteilungen, die ohnehin schon stark gefordert sind, weil sie mehr Produktivität mit weniger Budgets erzielen sollen.

BusinessReadyBlog: Warum steht dabei Apache Hadoop im Zentrum?

GDroschl: Fakt ist, es gibt ein “Open Source Large Distributed Computing Framework“ namens Hadoop, das für die Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen extrem gut geeignet ist. Microsoft steht hinter diesem Framework und integriert es in die Microsoft Applikationsplattform, konkret in SQL Server, für den es sein Mitte 2011 einen Connector gibt. Wichtig ist, dass die Nutzer hier möglichst flexibel sind und Daten, die Hadoop entnommen werden, über die Microsoft Business Intelligence Möglichkeiten in SQL Server ausgewertet werden können. Diese Möglichkeit gibt es direkt in Hadoop nicht. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, Daten in Hadoop zurück zu speichern, um sie dort weiter zu verarbeiten. Das volle Potenzial ergibt sich durch eine Integration mit der Datenbankinfrastruktur im Unternehmen.

BusinessReadyBlog: Was bedeutet das für Microsoft Kunden?

GDroschl: Dass sie das Beste aus beiden Welten – Big Data und relationale Welt – nutzen können. Wenn Hadoop auch auf Azure zur Verfügung steht, haben Kunden beinahe unbegrenzte Skalierungsmöglichkeiten. Heute wird Hadoop z.B. im Bereich Social Media von Unternehmen wie Facebook eingesetzt, wo täglich 15 Terabyte an Daten dazukommen. Aber auch kleinere Unternehmen wie die deutsche 1&1 setzen auf Hadoop und Big Data. Das sind die Speerspitzen, zweifellos, aber in den nächsten Jahren ist aufgrund des enormen Datenwachstums mit einem breiteren Einsatz zu rechnen.

Danke für das Gespräch.

Comments»

1. Big Data – wer weiß, wie es geht? | Business Ready Blog - November 5, 2013

[…] Herr Droschl, wir haben letztes Jahr an der einen oder anderen Stelle bereits über Big Data geschrieben und auf die enormen Potenziale dieser […]


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