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Was kann der neue Azure Marketplace? March 27, 2012

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Innovation, Interviews, Microsoft.
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Die Cloud hat viele Gesichter. Sie wechselt ihre Bedeutung je nach Richtung, aus der man sich ihr nähert. Für die einen fungiert sie als Testplattform, für die anderen als virtueller Speicher, als Infrastruktur-Mietangebot, als Business-Modell oder als Marketplace. Die Cloud ist eine Revolution, weil sie erstens um den Anwender kreist und zweitens das, was früher nur mit hohen Kostenaufwänden verbunden war, als Commodity verfügbar macht. Das zeigt der neue Windows Azure Marketplace, der seit Ende 2011 auch für Österreich verfügbar ist und der Vielzahl an Web-Anwendungen Rechnung trägt, die in den letzten 2 Jahren auf der Azure Plattform entwickelt wurden. Er bietet Lösungsanbietern spezielle Vertriebsservices in Kombination mit einer Vermarktungsplattform, auf der sie ihre Anwendungen, aber auch Daten überregional vertreiben können.

imageWas er kann, der neue Marketplace, erklärt Christian Bartl (Bild), Leiter Entwickler und Plattform Gruppe Microsoft Österreich, im Wordrap:

BIZofIT: Herr Bartl, irgendwie wächst die Cloud aus ihren Kinderschuhen langsam heraus. Können Sie das bestätigen?

CBartl: Durchaus, wenn man darunter PaaS – also Plattform as a Service – versteht, auf jeden Fall.

BIZofIT: Brauchen wir die ganzen Begriffe wirklich. Sind sie nicht Teil der Verwirrung, die um die Cloud immer noch herrscht.

CBartl: Ich denke wir brauchen sie, weil sonst niemand weiß, wovon gesprochen wird.

BIZofIT: Was ist nun der Windows Azure Marketplace – PaaS oder SaaS (also Software as a Service)?

CBartl: Mit Azure bieten wir eine komplette PaaS-Plattform, die in der Cloud läuft und auf deren Basis Web-Anwendungen entwickeln werden können. Mit der immer größeren Anzahl der Lösungen, die in den letzten 2 Jahren dadurch entstanden sind, war es ein logischer Schritt der Weiterentwicklung unseres Services, dieser Entwicklungsplattform auch einen Marktplatz zur Seite zu stellen, auf dem all diese neuen Apps auch überregional angeboten werden können.

BIZofIT: Und wie offen ist dieser Marketplace?

CBartl: Offen für alles, was auf Azure läuft. Das ist hier die grundsätzliche Bedingung. Wir unterstützen dabei alle gängigen Entwicklungstools. Sobald eine Anwendung auf Azure lauffähig ist, hat man zwei Optionen: Man kann sich 1) dafür entscheiden, dass Microsoft auch das Billing und Taxing übernimmt, oder 2) man listet die Anwendung nur und übernimmt den Rest selbst.

BIZofIT: Welche Option würden Sie Partnern am Windows Azure Marketplace raten?

CBartl: Das hängt sehr davon ab, welches Know-how vorhanden ist und wie das Umfeld aussieht. Der Vorteil, wenn wir das Billing übernehmen, ist, dass wir dabei auch die ganzen länderspezifischen Steuersätze berücksichtigen, die in Europa noch nicht vereinheitlicht sind und deshalb eine Hürde darstellen können, wenn man es selber macht. Dies wird vorerst weltweit für 26 Länder – auch Österreich – angeboten, wobei wir an der steten Erweiterung der Liste arbeiten.

BIZofIT: Was verlangt Microsoft für dieses Service?

CBartl: Wenn wir das Billing übernehmen – was eben heißt, dass wir uns neben der Zahlungsabwicklung auch um die länderspezifischen Steuersätze kümmern –, dann wird der Umsatz im Verhältnis 80 (Partner)/20 (Microsoft) geteilt. Wenn der Partner die Lösung nur listet und das Billing selbst handelt, dann kostet ihm unser Marktplatz nichts.

BIZofIT: Wir haben bislang nur über Anwendungen gesprochen. Wie wichtig ist der Datenaspekt?

CBartl: Sehr wichtig. Es gibt im Azure Marketplace einen App-Market und einen Data-Market, indem Data-Sets angeboten werden können. Das sind nichts anderes als konsolidierte Datenmengen, zum Beispiel wirtschaftliche Daten von Ländern, oder lokale Klimadaten, oder Daten des KFZ-Verkehrs, die für Versicherungen, etc. interessant sein können. Diese Daten können am Windows Azure Marketplace gratis oder eben auch gegen Entgelt angeboten werden.

BIZofIT: Zusammengefasst: Welche Möglichkeiten hat ein Partner am Windows Azure Marketplace?

CBartl: Die Möglichkeiten sind vielfältig: Er kann seine eigenen Windows Azure Anwendungen vertreiben aber auch Datasets anbieten. Und – was gerne übersehen wird – er kann mit den Datasets, die auf dem Marketplace angeboten werden, neue und innovative Apps und MashUps bauen und vertreiben.

BIZofIT: Das ist ja auch ein interessantes Thema in Zusammenhang mit Open Data, oder?

CBartl: Absolut. Regierungen in den Ländern sind ja von der EU dazu angehalten, alle wichtigen Daten, die von der öffentlichen Hand finanziert werden, auch öffentlich zur Verfügung zu stellen. Weil die ja nicht ihnen gehören und sie nur die Verwalter und Beschaffer dieser Daten. Auch in Österreich ist dieses Thema ein aktuelles und wird derzeit an vielen Stellen diskutiert. Der Azure Marketplace wäre die geeignete Plattform, um offene Daten anzubieten.

BIZofIT: Wie viele Apps gibt es darauf?

CBartl: Zurzeit sind es rund 560 Lösungen und es werden täglich mehr.

Danke für das Gespräch.

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Mehr zur Cloud-Entwicklung gibt es in der Coverstory der aktuellen Ausgabe des BIZofIT-Magazins.

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