jump to navigation

Sackgasse Mobilität? November 21, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, New World of Work.
trackback

Dass Mobilität Bewegung heißt, ist einer der großen Trugschlüsse unserer Zeit. Mobil sein heißt heute, dass wir die Wahl haben, ob wir uns bewegen oder nicht; und wie unser Öko-Fußabdruck aussieht. Von dieser Wahlfreiheit lebt auch die neue Welt der Arbeit. Wir können wählen, wie wir uns treffen, kommunizieren und miteinander arbeiten. Real und physisch präsent oder über Instant Messaging, Desktop-Sharing, Video-Conferencing, E-Mail. Damit fallen Barrieren, die uns früher behinderten – zwischen Abteilungen, Orten, Zeiten. Das ist die vorrangige Aufgabe der Technologie, die leicht vergessen wird, weil die Devices so glitzern und die Ablenkungen so vielfältig sind.

Es ist kein Zufall, dass die neue Welt der Arbeit und Cloud Computing beinahe zeitgleich zu entscheidenden Motoren unserer Business-Realität werden. Auf der einen Seite die Idee einer weitgehend automatisierten, pulsierenden Infrastruktur, die in der Lage ist, uns überallhin zu folgen; die keine Belastung ist – für den Anwender, der sie mitschleppen oder für die IT-Abteilung, die sie kreditfinanzieren muss –, sondern Motor, der das Business vorantreibt, indem er die Services schnell und punktgenau dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Ohne Overheads und quasi auf Knopfdruck.

Auf der anderen Seite die neue Welt der Arbeit, in der Mitarbeiter einen Grad an Mobilität und Freiheit leben können, wie niemals zuvor. Auch, weil sie von stupiden (immer wiederkehrenden und dadurch automatisierbaren) Tätigkeiten zunehmend freigeschaufelt sind. Denn im Unterschied zur Industriearbeit besteht Wissensarbeit eben nicht in Routineaufgaben, sondern darin, dass der Einzelne in unterschiedlichen Situationen die Informationen, die ihm zur Verfügung stehen, intelligent verarbeitet und seine Handlungsspielräume kreativ nutzt. Dazu braucht er Devices und Services, auf die er plattformübergreifend und ortsunabhängig zugreifen kann.

Den Vergesslichen unter uns ins Stammbuch geschrieben sei ein Ausspruch meiner Großmutter, der mich durch meine Kindheit begleitete: “Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.” Mobilität hat etwas mit Wendigkeit zu tun und beginnt bestenfalls im Kopf.

Comments»

No comments yet — be the first.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: