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Tag der Arbeit: Rette sich, wer kann April 29, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Trends, User-Experience.
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Wer ist es heute nicht – Wissensarbeiter? Information Worker? Knowledge Worker? Wir verwenden diese Begriffe meist synonym und legen damit unsere Gedankenlosigkeit offen. Wir schaufeln Informationen. Wir konsumieren Datenhappen, ohne Atem zu holen. Wir dröhnen uns zu mit Multi-Media. Aber wir wissen längst nicht mehr, was wir eigentlich suchen. “Hauptsache mehr”, denken wir. Dabei geht es exakt um das Gegenteil. Um weniger von allem. Um Selbstbeschränkung und Achtsamkeit. Und um ein Wissen, das den Keim der Veränderung in sich trägt; das erfahrungsnah zu neuem Handeln führt.

Vom Wissen betäubt? Ich möchte, dass Wissen uns leben macht, dass es uns kultiviert; ich möchte, dass es uns Haut und Wohnung ist, dass es uns hilft, zu essen und zu trinken, langsam zu gehen, zu lieben, zu sterben, zuweilen auch wiedergeboren zu werden, ich möchte zwischen seinen Laken schlafen, und ich möchte, dass es uns nicht äußerlich ist. Aber diese lebendige Kraft hat es verloren; wir müssen uns sogar vom Wissen heilen.

In kleine Häppchen zerteilt, neu bei jeder aufgenommenen Dosis, rasch monoton, schnell veraltet, vergänglich, kurzlebig und eher inflationär als in echtem Wachstum begriffen – so hat das Wissen, das uns Dissertationen, Artikel und Fachzeitschriften liefern, dieselbe Form angenommen wie die Informationsbrocken, die in Schrift, Bild und Ton von den Zeitschriften und sonstigen Medien ausgestreut werden, oder wie ein Bündel Banknoten oder wie ein Päckchen Zigaretten, in Einheiten aufgeteilt, bald schon in der Datenbank klassifiziert, unter Codes gefasst. Wir leben nicht mehr dem Gesprochenen hingegeben, wir werden auch die Sprache verlieren, nachdem wir den Sinn verloren haben, aber natürlich gilt unsere Hingabe weiterhin den Daten. Nicht denen der Welt, nicht denen der Sprachen, sondern denen der Codes. Wissen heißt heute sich informieren. Die Information wird die oberste, die universellste Form der Droge, der Gewöhnung, der Sucht.

Besagte intellektuelle Aktivität gleicht der Einnahme eines Narkotikums; wer es versäumt, die Information regelmäßig zu sich zu nehmen, verliert den Anschluss. Mit der neuesten Annonce sind alle vorangegangenen überholt, das ist das Gesetz der Droge, wonach nur der nächste Schuss zählt. Information und Droge machen nicht glücklich, wenn man sie hat, sie machen nur unglücklich, wenn man sie nicht hat.

aus: Michel Serres: Die fünf Sinne. Eine Philosophie der Gemenge und Gemische, Suhrkamp 1998, s.135

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Case Study: Die virtuelle Uni in der Cloud April 24, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Dynamic_Systems, Referenz.
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Begonnen hat alles bereits vor mehr als 10 Jahren als mit dem “eDesktop” eine automatisierte Campus-Managementlösung auf Basis von  Microsoft SharePoint entstand. Jetzt geht die  IMC FH Krems mit der Windows Azure Plattform und einer Cloud-basierten Service-Architektur einen entscheidenden Schritt weiter, wie Markus Bamberger, Leiter der IT-Services an der FH Krems, die Entwicklung von sogenannten “Virtual Labs” erklärt:

«Der Lehrbeauftragte stellt eine Anforderung, wie viele virtuelle Rechner er wann für eine Veranstaltung, zum Bespiel ein SPSS-Seminar, benötigt. Genau diese Anzahl wird dann mit allen benötigten Anwendungen und Ressourcen freigeschaltet. Die StudentInnen loggen sich ein und haben genau jene Ressourcen zur Verfügung, die sie für ihre Lehrveranstaltung benötigen. Das Tolle daran ist: Das alles funktioniert ohne Clientrechner der Fachhochschule oder lokale Server und ohne mühselige Wartungsarbeiten an der Hard- oder Software. Und es funktioniert zeit- und ortsunabhängig überall auf der Welt, egal wo sich die Beteiligten gerade befinden. Die Lehrveranstaltung kann praktisch überall stattfinden …”

Das erhöht die Flexibilität und sorgt für jene Transparenz, die bei einem immer mobiler und internationaler werdenden Klientel unerlässlich ist, um möglichst nahe am Kunden und damit auch weiterhin erfolgreich zu sein.

Die komplette Referenz finden Sie hier zum Nachlesen.

Mit oder ohne Oster-App? April 19, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Competition, Security, Trends.
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Wie mächtig Google heute ist? So mächtig, dass Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, sich kleiner als David sieht. Kleiner? Ja, kleiner! Denn David hatte im Kampf gegen Goliath zumindest eine Chance. Sein offener Brief in der FAZ an Eric Schmidt, Google CEO, in dem er Googles Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung und Europas Kaninchenstarre facettenreich beleuchtet, ist meine Lektüreempfehlung für Ostern. Offline versteht sich. Am Besten auf Papier. Man weiß ja nie. Und heute ganz besonders. ;-(

In diesem Brief zitiert er u.a. auch Schmidt selbst, der einmal schrieb:

„Wir sind überzeugt, dass Portale wie Google, Facebook, Amazon und Apple weitaus mächtiger sind, als die meisten Menschen ahnen. Ihre Macht beruht auf der Fähigkeit, exponentiell zu wachsen. Mit Ausnahmen von biologischen Viren gibt es nichts, was sich mit derartiger Geschwindigkeit, Effizienz und Aggressivität ausbreitet wie diese Technologieplattformen, und dies verleiht auch ihren Machern, Eigentümern und Nutzern neue Macht.“

Ich werde das Wort “viral” aus meinem positiven Wortschatz streichen …

Das war der Microsoft Day 2014 April 9, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Events, Fun, Microsoft, Networking.
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Den Microsoft Day 2014 in der Hofburg zusammenfassen? Unmöglich! Weil er für jeden anders war. Ein Zuhören, ein Mitreden, ein Sich-Austauschen, ein Ausprobieren, ein Staunen, ein Sich-Abklopfen, ein Blödeln, ein Genießen, ein Inspiriert-Werden, ein Community-Erleben, ein Small-Talken und ein Big-Talken. Und jeder hatte es selbst in der Hand. Es gab Keynotes, es gab klassische Vorträge, es gab einen großen Austellungsbereich und es gab erstmals Round-Tables, an denen Kunden, Partner und Interessenten im kleinen Rahmen Erfahrungen und Einsichten austauschen konnten und es auch intensiv taten. Den Schlusspunkt setzte die Impro Comedy Show “Stegreif 2.0” rund um Susanne Pöchacker.

Dass auch der Business-Ready-Blog mit einem eigenen Comedy-Format (siehe Bild) vertreten war, freut uns natürlich ganz besonders. 😉

Nahed Hatahed (Hatahet Productivity Solutions) und Hans Berndl (Microsoft CSI Lead) im Einsatz

Nahed Hatahed (Hatahet Productivity Solutions) und Hans Berndl (Microsoft CSI Lead) im Einsatz

Trainereffekt bei Microsoft April 1, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Fun, Innovation, Microsoft, Trends, User-Experience.
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Seit Satya Nadella neuer Microsoft Chef ist, hat sich einiges getan. Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich, spricht in seinem Blog sogar von “Microsoft reloaded” und beklagt ironisch, dass Steve Ballmer keine iPhones mehr durch den Raum fliegen lässt. Worüber sollen wir in Zukunft lachen? Und wovor sollen wir Angst haben, “wenn Linux keine Krankheit mehr ist”?

Vielleicht besteht der Deal, den Nadella uns vorschlägt, einfach darin, dass wir in Zukunft zwar weniger zu lachen haben, uns aber umso mehr und öfter freuen dürfen. Denn seine Strategie kommt wie ein Befreiungsschlag, indem er die auf der Doppelsäule “Cloud & Mobilität, Services & Devices” basierende Philosophie konsequent und entschieden plattformübergreifend weiterdenkt – in Richtung iOS, Android, etc …

Wer Plattform sagt, muss Integration meinen – sonst wird er unglaubwürdig. Nadella ist auf dem besten Weg, Microsoft seine Glaubwürdigkeit zurückzugeben. Die neu vorgestellten Produkte wie Microsoft Office für Apples iPad oder OneNote für den Mac bzw. Android Smartphones unterstreichen das. Auch, dass es seit ein paar Tagen nun auch Word, Excel und PowerPoint im App Store von Apple gibt, kann als Indiz dafür gewertet werden, dass nun Schluss ist mit Lippenbekenntnissen zur Offenheit.

“Ours is not an industry that respects tradition – it only respects innovation.” – Satya Nadella

Den Anstoß zur Veränderung in Richtung Offenheit inszenierten wir vor knapp 4 Wochen im Wiener Cafe Sperl. Vielleicht gibt es sie doch – die morphischen Felder, die über 1000e Kilometer hinweg Informationen austauschen. Apple-Chef Tim Cook jedenfalls begrüßte Microsofts Produkte am Donnerstagabend mit einem freundlichen Tweet im App Store (wie Spiegel Online berichtet), den Nadella umgehend ebenso freundlich beantwortete – der Umgangston zwischen den Unternehmen ist neu und ungewöhnlich. Die Anwender dürfen sich freuen!

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