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Das Problem mit der IT – ein Kulturproblem? February 23, 2015

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Studien, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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Dieser Post von Gerry McGovern ist als Diskussionsgrundlage gedacht – über Werte und Strategien innerhalb der IT; und als Ermutigung, sich aus dem Würgegriff der oft sehr kurzsichtigen Einsparungslogik zu befreien. Freue mich auf zahlreiches Feedback:

THE PROBLEM WITH IT AND THE DIGITAL WORKPLACE

Technology is what drives the digital workplace and yet for many business executives, the IT department is being seen as less and less relevant.

“On the whole, executives’ current perceptions of IT performance are decidedly negative,” a McKinsey survey published in February 2015 states. “Beyond providing basic services and managing infrastructure, just one-third or less of respondents say their IT functions are very or extremely effective at a wide range of tasks.” According to the survey, “The results also indicate fading confidence in IT’s ability to support key business activities, such as driving growth. In the 2012 survey on business and technology, 57 percent of executives said IT facilitated their companies’ ability to enter new markets. Now only 35 percent say IT facilitates market entry.”

The core problem is that the culture of IT is all wrong. In all my years working with IT departments, I don’t think I have ever come across one that truly cared about usability. Many IT departments buy the system before they have even defined the need. For example, it is standard practice for IT to buy a content management system, and then hand it over to communications or whoever and say: ‘Fill that with content.’ The use of the system is irrelevant in traditional IT. What matters is the system itself, and all its technical bells, whistles and futureproofing mirages.

IT is also obsessed with savings costs. But it is the ultimate ‘penny rich, pound foolish’ culture. According to the McKinsey survey, “Nearly half of technology respondents see cost cutting as a top priority—in stark contrast to the business side, where respondents say that supporting managerial decision making is one of IT’s top priorities.”

We live in and work in an increasingly digital world. IT should be leading the way. Every year, the IT department should be increasing in importance to the organization. And yet the opposite is happening. Why?

Because IT has little concept of value. It only thinks about costs and the technology itself. That’s why IT embraced content management systems that facilitated distributed publishing. Because distributed publishing is the cheapest way to publish content. The IT bottom line is too often about the cheapest way to do things, not the best way.

The result? Intranet monstrosities that are full of junk, out-of-date content, search engines that don’t work, and an internal set of tools that behave more like employee torture devices.

Amazon, Google, Twitter, Facebook, et al., have shamed internal IT systems. They have exposed them for the cumbersome, over-engineered, anti-employee horrors that they are.

It is not simply IT’s fault. Senior management do not respect their employees’ time, particularly when they are knowledge workers. In the modern organization there is an obsession with headcount. Helping employees (that you didn’t fire) save time as they search for information, input sales leads, book a meeting room, etc., is simply not on the agenda of senior management. (And they wonder why the number one feeling of employees worldwide is a sense of being overwhelmed?)

It doesn’t have to be this way. The opportunities of the digital workplace are massive if we switch the emphasis to productivity, efficiency, simplicity and usability. We must focus on outcomes (employees being able to do things), not inputs (we bought this, we installed that, on time, to budget and unusable).

Animation: Life-Balancing Work March 18, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Studien, Trends, Wertschöpfung.
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Die Zahlen, die Dave Coplin nennt, sollten mittlerweile hierzulande von der Gallup-Umfrage oder vom Kelly Global Workforce-Index bekannt sein. Coplin zitiert noch eine andere, aktuelle Studie aus den Staaten, nach der 71% der Mitarbeiter in Unternehmen mit ihrem Job unglücklich sind und macht dafür auch falsch eingesetzte Technologien verantwortlich, die das kreative Miteinander behindern. Vor diesem Hintergrund muss Arbeit und mit ihr Unternehmenskultur neu gedacht werden. Das Problem: die neuen Kulturen und Arbeitswelten können nicht verordnet bzw. ins Unternehmensinnere eingetrichtert werden, wie die klassische Maschinenmetapher suggeriert.

Sie müssen gelebt und weiterentwickelt werden, weil Unternehmen Organismen sind, die sich mit jeder Interaktion neu schaffen. Und sie beginnen in dem Moment, in dem wir die Kontrolle über unsere Arbeit (und über unser Leben) übernehmen. Denn es geht schon lange nicht mehr um Work-Life-Balance. Es geht um Life-Balance, wenn wir die Entscheidung treffen, dass das einkommende E-Mail nicht wichtiger ist als das Gespräch, das wir am Sonntag oder Abends bei einem Glas Wein mit unseren Freunden führen.

Big Data doesn´t replace Big Ideas January 22, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Fun, Studien, Trends.
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Alle erwarten für 2014 den großen Durchbruch bei Big Data und übersehen dabei gerne ihre Probleme, die sie mit Small Data noch immer nicht im Griff haben. Tom Fishburne zitiert in seinem Blog Matt Asay, der über eine aktuelle Gartner Studie folgendes schreibt: “it seems that they’ve allowed the hype around Big Data to both motivate them to start but also confuse them as to where they should go.”

Es scheint so, als ob sich unter der Hand hat sich die Fragestellung verschoben hätte. Entscheidend ist nicht mehr, wie man zu den Daten kommt. Entscheidend ist immer noch, was man damit tut.

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Cartoon by tom fishburne

Entwicklungshilfe für Unternehmen? November 26, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Studien, Trends.
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Dass Unternehmen keine Maschinen sind, scheint sich langsam herumzusprechen. Und dass der Mensch im Unternehmen kein Störfaktor ist, den man mit allen Mitteln kontrollieren muss, ebenso. Wer engagierte Mitarbeiter will, muss dafür sorgen, dass sie sich in ihrem beruflichen Umfeld entwickeln und entfalten können. In der neuen Welt des kreativen Miteinander-Arbeitens werden aus weichen Faktoren die harten Fakten und die Unternehmenskultur wird zum Produktivfaktor, der über den Erfolg entscheidet.

Das wäre der Idealzustand. Die Frage ist, wie weit wir schon gegangen sind in diese Richtung. Wir schreiben das 21. Jahrhundert und stehen mit einem Bein im Innovationszeitalter. Das andere ziehen wir schwerfällig nach. Es steckt im letzten Jahrtausend fest. Nur so ist es zu erklären, dass laut jüngster Gallup Umfrage 86% der deutschen Unternehmen scheinbar auf diese Einsichten pfeifen und in Kauf nehmen, dass ihre Mitarbeiter ihre Bezahlung als Schmerzensgeld für fehlende Sinnstiftung verbuchen. Dabei gibt es keine Alternative, wie folgender Dialogauszug zwischen den beiden Welten zeigt.

ceoc

Thx to Facebook Kontakt Thom Kunz für dieses Kleinod an Dialog! 😉

Big Data auf österreichisch November 13, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Microsoft, Studien, Trends, Wertschöpfung.
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Laut Marktforscher IDC werden bis 2015 rund 15 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Und all diese Geräte interagieren untereinander und produzieren fortwährend Daten. Vom Anbeginn der Menschheit bis 2003 wurden insgesamt zwei Exabyte an Daten generiert – die gleiche Menge entsteht heute in zwei Tagen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich immer mehr Unternehmen die Frage stellen, wie sie diese Daten für ihre Zwecke nutzbar machen können. Erstaunlich ist dagegen das Ergebnis einer EMC-Umfrage, nach dem 68 Prozent der befragten IT-Entscheider überzeugt sind, dass Entscheidungen in ihren Unternehmen durch eine bessere Nutzung von Daten leichter getroffen werden, jedoch in nur 31 Prozent der Unternehmen die Führungsebene bei wichtigen Entscheidungen auf Big Data vertraut. Obwohl 77 Prozent der Befragten das Budget als den wichtigsten Faktor für geschäftspolitische Entscheidungsprozesse nennen, wurde als häufigstes Hemmnis für die Einführung von Big Data das Fehlen eines klaren Geschäftsmodells oder ROI (33 Prozent) angeführt.

Man weiß um die Möglichkeiten, ist jedoch nicht bereit, sie zu realisieren.
Dass das kein österreichisches, sondern möglicherweise ein europäisches Phänomen ist, meint Viktor Mayer-Schönberger, Salzburger Professor an der Oxford University – und das obwohl der Kampf um Big Data bereits voll entbrannt ist. Es geht um Mustererkennung (den Roman dazu gibt es von William Gibson) und um die Fähigkeit, “Informationen so zu nutzen, dass daraus neue Erkenntnisse, Güter und Dienstleistungen gewonnen werden.” Das Problem: “Während sich in den USA ganze Industrien auf die Datenberge stürzen, ihre IT-Technologie nachrüsten, der Staat öffentlich zugängliche Daten gratis zur Verfügung stellt und die Start-up-Szene massiv finanziell gepusht wird, befindet sich Europa in der Warteschleife. Es wurde von der EU einmal eine Milliarde € in eine Suchmaschine investiert, dann in Internetprojekte, dann wurde es wieder abgedreht. Wenn man in Europa öffentlich zugängliche Daten KMU und Start-ups kostenlos zur Verfügung stellen würde, wäre schon viel geholfen.”

Geholfen wäre vielleicht auch, wenn Sie sich am 25.11. in Wien die Science Busters geben und “ganz nebenbei” das Wichtigste rund um das neue Microsoft Cloud OS und Big Data abholen. Zur Anmeldung geht´s hier: www.microsoft.at/bigdata

Was ist das eigentlich: gute Arbeit? October 30, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Studien, Trends.
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Naturgemäß bieten Zeiten des Übergangs ein gutes Klima für grundsätzliche Fragestellungen. Die neue Arbeitswelt, von vielen gepriesen, von manchen gefürchtet, macht dabei keine Ausnahme. Je gardnerdynamischer unsere Arbeitsverhältnisse werden, umso dringlicher scheint die Frage, was man in ihnen zu finden hofft.

Harvard-Koryphäe Howard Gardner, der schon in den 1980-er Jahren mit seiner Theorie der multiplen Intelligenzen für Aufsehen gesorgt hat, gründete 1995 mit seinen Kollegen das Good Work Project – eine Langzeitstudie über Berufe, Karrieren und Wohlfühlfaktoren. Dabei stellte er 1000en Menschen so schwierige Fragen wie: “Haben Sie das Gefühl, Ihre Überzeugung steht im Konflikt mit den Werten der Branche, in der Sie arbeiten?” “Hatten Sie Mentoren, die Sie oder Ihre Arbeit beeinflusst haben.” “Gibt es Dinge, die Sie nicht tun würden in Ihrem Beruf, obwohl sie nicht illegal sind?”

Der deutschen “Die Zeit” beantwortete er neulich die Frage, wie man/frau ein/e glücklich Arbeitende/r wird.

Howard Gardner:“Indem Sie nach den drei E streben: Exzellenz, Ethik und Engagement. Exzellenz bedeutet, kompetent und effektiv sein im Beruf. Ethik bezieht sich auf soziale Verantwortung: Haben Ihre Arbeit, Ihr Verhalten und das Produkt, das Sie herstellen, positive Auswirkungen auf andere? Engagement heißt: Gehen Sie auf in Ihrer Arbeit, werden Sie gefordert, macht Ihnen Freude, was Sie tun?”

Übrigens: Howard Gardner identifizierte in seiner Arbeit auch 7 Faktoren für gutes Leadership, darunter sich als vierter Punkt die “intelligente Nutzung unterschiedlicher Kommunikationskanäle” findet. Lync lässt grüßen.

Was ist revolutionär an Enterprise Social? October 25, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Innovation, New World of Work, Studien, Wertschöpfung.
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In einem aktuellen Whitepaper: The Rise of Enterprise Social findet sich auf Seite 5 ein ziemlich wuchtiger Satz, dem eine ziemlich wuchtige Headline vorangeht: WELCOME TO THE SOCIAL ENTERPRISE REVOLUTION heißt es da – neben einem gelben Wollknäuel, das aussieht wie eine Sonne.

Social technologies, combined with data analysis and mobile technologies are significantly enhancing an organization’s ability to be responsive to market changes and will enable employees to work on the tasks that most benefit the company at any given point in time. In the near future, companies utilizing enterprise social software will be able to spot trends, provide information to thier employees in context, and leverage the wisdom of the organization to rapidly complete tasks and surface previously hidden pockets of valuable information.

Alles klar? Mitnichten! Zu überladen und zu sehr in der alten Denke verhaftet! Sprachlich – und damit leider meistens auch gedanklich – wird die Revolution jedenfalls verschoben.

Ok, was haben wir? Wir haben Soziale Technologien im Verein mit Datenanalyse und mobilen Technologien die Agilität (d.i. die Fähigkeit auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren) von Unternehmen dramatisch erhöhen und gleichzeitig den Menschen in ihnen ermöglichen, sich auf ihre Aufgaben zu fokussieren. Mit dem Effekt, dass solche Unternehmen Trends schneller erkennen, relevante Informationen punktgenau bereitstellen und so das Wissen, das in der Organisation vorhanden ist, besser auffinden und nutzen können, um Aufträge schneller abzuwickeln.

Klingt nach Eier-legender-Wollmilchsau, wie immer, wenn man zu viel reinstopfen will in einen Begriff – auf die Gefahr hin, dass es ihn zerreißt, wie viele andere, zu sehr gehypten Wortschöpfungen vor ihm. Versuchen wir es kürzer und ein wenig freier.

Vielleicht bedeutet Social Enterprise nichts weiter, als dass Zusammenarbeit, Mobilität und Business Intelligence vor dem Hintergrund von Social Media zusammengedacht werden – und zwar dergestalt, dass Unternehmen sich zu lernenden und pulsierenden Systemen entwickeln. Das heißt, dass wir die neuen Möglichkeiten der Kommunikation mit Kollegen und Kunden nutzen, einen neuen Umgang miteinander pflegen, Informationen anders verarbeiten und weitergeben, uns die Freiheit nehmen, ortsunabhängig zu arbeiten und dabei selbstverantwortlich unsere eigene Kreativität und Produktivität nicht aus den Augen verlieren.

Das ganze riecht jedenfalls sehr nach Kulturverschiebung. Und Mark Fidelmann, der Autor dieses Whitepapers, gibt mir recht, indem er bei den 4 Building Blocks eines funktionierenden Enterprise Social Networks die “Kultur” an erster Stelle sieht, noch vor Analytics, Social und Technology.

Where the prevailing culture preaches control by the commanding executive and obedience by the employee, what’s needed is a culture that stresses openness and experimentation, and emphasizes the necessity of community. To stay relevant, organizations need to move toward a new business culture, one informed by purpose, mission, objectives, and the business environment, both economic and social. A culture where executives make it comfortable to communicate issues, where employees feel it’s acceptable to fail fast, to share knowledge in hopes of having people improve upon it, where becoming an expert and helping others is encouraged. Enterprise social cultures using enterprise social networks allow you to constantly ask: “What’s really important here?” and “Is our current plan effective?”

Das Revolutionäre an der Sache könnte sein, dass wir Mobilität nicht mehr als Bewegungssucht, Wissen nicht mehr als Informationsattacke und Community nicht mehr als Meeting-Inflation erleben. Das Revolutionäre könnte sein, wenn wir beginnen, in den weichen Faktoren die harte Währung des Social Business zu erkennen.

Social Enterprise: Die Grenzen verschwimmen September 26, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Dynamic_Systems, Innovation, New World of Work, Studien, Trends, Wertschöpfung.
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Wissen entsteht durch Kommunikation und nicht im stillen Kämmerlein. Und Kommunikation verlangt Vernetzung. Nicht mit allem und jedem, sondern mit dem, was einem weiterbringt. Deshalb rücken Wissens-, Kommunikations- und Kollaborationstools immer mehr zusammen, wie jüngste Entwicklungen bei Project 2013, Lync 2013 oder SharePoint 2013, aber auch die Akquise von Yammer zeigen, womit Microsoft Facebook-Kulturtechniken für ein professionelles Umfeld nutzbar macht.

Das honoriert auch die renommierte Gartner Group im aktuellen Magic Quadrant für „Social Software in the Workplace“, wo Microsoft als tonangebend im Leader Segment positioniert wird – einem Markt, der mit Wachstumsraten von 13,4 % verwöhnt. Wohlgemerkt: Hier geht es, wie Gartner betont, nicht um Speziallösungen, sondern um grundlegende, integrative Zugänge, wie Kooperation und Wissensarbeit im Unternehmen gefördert wird. Deshalb sieht Gartner Yammer auch als „Social Layer“ der nicht nur SharePoint, sondern auch andere wichtige Teile der Microsoft Plattform – wie Lync und Outlook/Exchange – einbindet.

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Yammer bringt Facebook-Feeling in den Unternehmensalltag

Genauso wenig wie Innovation heute nicht mehr der R&D-Abteilung in Unternehmen vorbehalten ist, genauso wenig ist Social Media heute an bestimmte Apps gebunden. Die Kanäle und Formfaktoren sind vielfältig und Mischformen an der Tagesordnung. Das verlangt im Hintergrund ein hohes Maß an Integration und Management und vom Anwender, dass er die neuen Angebote auch intelligent zu nutzen weiß. Dass er weiß, wann ein Email-Verteiler Sinn macht und wann ein Chatdialog oder ein Pinnwandeintrag.

Technologien implementieren ist zu wenig

Dafür reicht es nicht aus, Social Media Technologien zu implementieren und zu glauben, dass der Rest von allein passiert. Es geht darum, die neuen, damit verbundenen Kommunikations- und Verhaltensweisen zu verstehen und davon ausgehend neue Businessmodelle zu entwickeln, die – wie Stephen Barker andeutet – in der Lage sind, die Brücke zwischen Produktivität auf der einen und Innovation auf der anderen Seite zu schlagen: „The challenge in social media, as in the rest of the jumbled and crowded world of information, is to zero in on the valuable stuff, where the richest connections lurk, where the freshest ideas are streaming, where innovation is most likely to occur.”

Für CIOs bedeutet das, dass ihre Aufgabe weit darüber hinausgeht, den Consumerization-Trend zähneknirschend zu begleiten oder auf Druck neue Devices in das Unternehmensnetz zu integrieren. „Business model innovation is the new contribution of IT”, wie es Werner Boeing, CIO von Roche Diagnostics, [1] formuliert: “People believe that IT is about technology, but it’s really a behavioral science – understanding the behaviors of your company’s staff, leaders, and customers.”

Nur wer das Prinzip der Co-Creation ernst nimmt, wird sich in diesem Umfeld behaupten. Denn viral werden Inhalte erst dann, wenn sie von anderen aufgegriffen, angereichert und weitergereicht werden. Eine Facebook-Seite ist schnell aufgesetzt. Doch was dann? Nichts dann! – wenn damit nur das prolongiert wird, was man immer schon betrieb – trichterförmige Einwegkommunikation; und man nicht merkt, dass der Kunde auf diesem Ohr bereits taub ist. Was nutzen die Unmengen an Informationen, die an den Kundenschnittstellen anfallen, wenn die soziale Fertigkeiten, die eine Kultur des kollaborativen Miteinander erst ausmachen, nicht ausgebildet sind? Wenn man vor lauter Auswerten-Wollen (Stichwort: BigData) auf die Interaktion vergisst? Wenn man den Informationsvorsprung errechnet, bevor man noch richtig mit dem Kunden kommuniziert hat?

In diese Kerbe schlagen aktuelle Studien[2] wie die von Forrester Research mit dem Titel The Social CIO. Sie hält fest, dass Unternehmen noch weit von dem entfernt sind, was ein Social Business ausmacht. Weil sie zu sehr um den Shareholder Value zu kreisen und sich nicht auf das konzentrieren, was Sache ist: den Customer Value – wie Irvin Wladawsky-Berger in einem pointierten Kommentar zur Studie anmerkt: “This renewed focus on customer value, customer service and customer experiences is what becoming a social business is all about. Many companies are still struggling with this major cultural transition. For the past few decades, process reengineering, productivity improvements and cost reductions have been the most prominent features of their company’s culture. These are hard, quantitative, measurable, task-oriented management competencies, focusing on technology, logistics, operations and controls. Customer value is different. It requires a complementary set of management competencies, much softer or people-oriented in nature, including a focus on human capital, strategy, decision making, innovation and social skills.”

Die Herausforderungen für das Management

Wohlgemerkt: hier geht es nicht um Tools und die Frage, ob Blog oder Wiki oder Twitter oder Facebook. Hier geht es um die Frage, wie man an den Schnittstellen zwischen mündigen Mitarbeitern und mündigen Kunden eine granulare Wertschöpfung forcieren kann. Entscheidend ist, dass beide Seite ermächtigt sind, diese vielfältigen und sich ständig neu erfindenden Interaktionen zu gestalten, wie Josh Bernoff von Forrester Research betont: „To succeed with empowered customers, you must empower your employees to solve customer problems.“[3]

Dazu braucht es Unternehmen, die bereit sind, im Inneren und nach außen authentisch zu kommunizieren. Und das nicht nur in eine Richtung und mit Megaphon, sondern der Situation angepasst und mitunter lauschend. Wenn das Web 2.0 ein Zuhörweb ist, dann ist das Enterprise 2.0 ein Zuhörunternehmen. Das verlangt auch die Verabschiedung klassischer Managment-Prinzipien, die sich um Planung, Organisation und Kontrolle drehten und die Ausbildung von modernen Leadership-Kompetenzen, mit denen solche Veränderungsprozesse feinfühlig zu begleiten sind. Die neuen Tugenden heißen Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und Inspiration.

Willkommen im Social Enterprise.

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[1] Im Buch von Martha Heller The CIO Paradox. Battling the contradictions of IT Leadership

[2] Eine andere Studie von McKinsey sieht vor allem die Social Media Potenziale innerhalb der Unternehmen noch gar nicht ausgereizt: „While 72 percent of companies use social technologies in some way, very few are anywhere near to achieving the full potential benefit. In fact, the most powerful applications of social technologies in the global economy are largely untapped. Companies will go on developing ways to reach consumers through social technologies and gathering insights for product development, marketing, and customer service. Yet the McKinsey Global Institute (MGI) finds that twice as much potential value lies in using social tools to enhance communications, knowledge sharing, and collaboration within and across enterprises.“

Microsoft Social Study: Ergebnisse in Bezug auf Österreich September 25, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Studien, Trends.
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Für eine global angelegte Studie hat das Marktforschungsunternehmen Ipsos im Auftrag von Microsoft allein in Europa 4.787 Arbeitnehmer befragt, 300 davon in Österreich. Die Befragten waren sogenannte „Information Worker”, die in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern tätig sind und PC, Laptop, Tablet oder Smartphone mindestens zu 75 Prozent in ihrem Arbeitsalltag nutzen.

In einem sind sich dabei alle Arbeitnehmer einig: Social Tools verbessern maßgeblich die Zusammenarbeit, allerdings unterschätzen Arbeitgeber häufig deren Bedeutung. Drei von Zehn der österreichischen Interviewpartner rechnen damit, dass Social Tools sie bei ihrer Arbeit gezielt unterstützen und ihre Produktivität deutlich verbessern würden. Ein Viertel der Befragten geben sogar an, ihren Job besser mit Social Collaboration Tools besser ausführen zu können. Allerdings fehlen zurzeit häufig entsprechende Arbeitsumgebungen. Ein Drittel der Befragten geben an, dass ihre Unternehmen die Bedeutung von Social Tools noch unterschätzen und deren Nutzung stark einschränken. 18 Prozent der Mitarbeiter sind sogar bereit, selbst in Social Tools zu investieren, um die Effizienz in der Zusammenarbeit mit den Kollegen zu verbessern.

Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen Social Tools im Arbeitsumfeld skeptisch gegenüberstehen, sind nach wie vor Sicherheitsbedenken (Einschätzung bei 65 Prozent der europaweit Befragten). In Österreich sind es sogar 70 Prozent der Unternehmen, die aufgrund von Sicherheitsbedenken Social Tools nicht auf ihrer IT-Agenda sehen. Darüber hinaus befürchten nach Einschätzung der Befragten 60 Prozent der Arbeitgeber, dass die Produktivität der Mitarbeiter eher abnimmt als steigen wird.

Unternehmen werden nicht umhin kommen, sich der Diskussion um Enterprise Social zu stellen, denn (und auch das belegt die Microsoft-Studie) stehen diese Tools nicht zur Verfügung, führen die Arbeitnehmer häufig Social Media gewissermaßen „durch die Hintertür“ ein, und stellen damit die Compliance-Anforderungen der Unternehmen infrage. Gerade in diesem Kontext unterstützt Microsoft seine Kunden, indem es mit Yammer und Office 365 professionelle Lösungen anbietet, die sich flexibel und konform an die jeweilige IT-Policy in Unternehmen anpassen lassen und dabei gleichzeitig auf hohe Akzeptanz beim Endanwender stoßen.

Ernüchternd ist, dass in österreichischen Unternehmen Social Tools noch die Ausnahme sind.

E-Mails sind nach wie vor das Kommunikationsinstrument Nummer Eins in immerhin 93 Prozent der befragten Unternehmen in Österreich. Intranets und „Teamsites” werden von 46 Prozent für die unternehmensinterne Kommunikation genutzt. Video Conferencing und Instant Messaging sind mit 37 Prozent ebenfalls stark verankert. Dagegen stehen Social Networks und Blogging Plattformen nur maximal 13 Prozent der Befragten zur Verfügung. Denn nach wie vor sind Unternehmen noch zögerlich bei der Adaption von Social Tools für die Kommunikation. Sowohl unternehmensexterne als auch interne Social Networks und Microblogging sind oft nicht erlaubt und können entsprechend von den Mitarbeitern nicht genutzt werden.

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Siehe dazu auch die Infographic zu den europäischen Studienergebnissen.

Und das obwohl sich langsam herumgesprochen hat, dass Enterprise Social, richtig eingesetzt, zu einem signifikanten Mehrwert in Unternehmen beiträgt. „Collaboration Tools mit Social-Faktor“ ermöglichen bessere Vernetzung und damit optimierte, kreative Zusammenarbeit der Mitarbeiter – auch über verschiedene Standorte und Ländergrenzen hinweg. Das betrifft sowohl die unternehmensinterne als auch die externe Kommunikation mit Kunden und Partnern. Die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung ist allerdings eine durchgängige Lösung, wie sie Microsoft durch die enge Verbindung der Social-Networking-Plattform Yammer mit Office 365, Outlook, SharePoint oder Microsoft Dynamics bietet. Unternehmen und Anwender erhalten damit eine einheitliche Plattform und einen virtuellen Treffpunkt zum Austausch, der die Mobilitäts-, Kollaborations- und Kommunikationsbedürfnisse von verteilten Teams perfekt adressiert.

Dazu noch ein paar sachdienliche Fakten:

  • 2015: 75% oder Wissensarbeit wird in verteilten, dezentralen Teams passieren – Gartner
  • 2015: 40% unserer Tätigkeiten oder mehr werden “non-routine Tätigkeiten sein, 2010 bewerteten wir dies noch mit 25% – Gartner
  • McKinsey estimates suggest that by fully implementing social technologies, companies have an opportunity to raise the productivity of interaction workers, high skill knowledge workers, including managers and professionals by 20-25% (McKinsey 2012, The Social economy full report – anbei).
  • Neue Generationen im Arbeitsmarkt/Generation Y: erwarten, sich ausdrücken zu können, eine Stimme im Unternehmen zu haben und sind oft nicht mehr bereit, Jahre im Unternehmen zu verbringen, bis sie gehört werden.
  • Anstieg der verfügbaren Kommunikationsmittel und Überlastungsgefühl bei Mitarbeitern (hier ist Social ein Lösungsansatz, um Kommunikation zu organisieren – eg. Kontext, Interessensgruppen, Wissensmanagement „vom User für den User“ für mehr Relevanz etc…) Wir empfehlen Unternehmensintranet als „Ankerpunkt“ für Mitarbeiter und Infosuchende, aber dem Intranet „Leben einhauchen“ durch Integration von Social Funktionalität. Mitarbeiter verspüren zunehmend das Bedürfnis, Beiträge zu kommentieren, Fragen zu stellen, eigene Wertbeiträge zu leisten.
  • Agilität in Zusammenarbeit u.a. mit externen Geschäftspartnern wettbewerbsentscheidend. Wichtig ist dabei, sichere Arbeitsbereiche zu schaffen und Externe Ansprechpartner nicht einfach in das Heimnetz einzuladen.

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Übrigens: Kunden haben die Möglichkeit, Yammer in der Basisvariante kostenfrei zu nutzen. Dazu einfach auf www.yammer.com registrieren. Die Enterprise Variante unterscheidet sich durch umfassende Verwaltungsmöglichkeiten (User Management/Dir Sync, Verwaltung des Contents zB. Export der Daten für eDiscovery oder auch Löschung der Daten im Netzwerk, wenn gewünscht) sowie durch die Begleitung durch Yammer Customer Success Managers während der Einführungsphase und Supportleistungen.

Unter www.dasneuearbeiten.at haben die Leser die Möglichkeit, sich zu einer Office Tour bei Microsoft Österreich in Wien anzumelden. Dort können Sie sehen, wie Enterprise Collaboration innerhalb von Microsoft Österreich in der Praxis gelebt wird.

Gartner Magic Quadrant: Social Software in the Workplace September 19, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, New World of Work, Studien, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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Lange erwartet, jetzt publik: Gartner’s Positionierung der Player im Bereich Social Enterprise – einem Markt, der mit Wachstumsraten von 13,4 % verwöhnt. Erfreulich: Microsoft ist im Leader-Segment ganz vorne dabei. Tonangebend. Gartner betont die Weitläufigkeit dieses Segments, in dem es (nicht um Speziallösungen, sondern) vor allem darum geht, zwei Dinge zu fördern: Kooperation und Wissensarbeit. Interessant in diesem Zusammenhang ist, wie Gartner das Zusammenspiel von SharePoint und Yammer beurteilt – vor allem auch, wenn es um das hybride Deployment geht. Fest steht: Zum Ausruhen ist wenig Platz im Leader-Segment. Es gibt viel zu tun.

Strenghts: Customers typically buy SharePoint for its breadth of capabilities as a platform, and they buy Yammer for its focus on usability and alignment with specific use cases. Preintegration between SharePoint and Yammer is improving, while Yammer specifically is becoming a "social layer" across other Microsoft products (for example, Office 365, Dynamics and eventually Lync/Skype and Outlook/Exchange) … SharePoint is the most common platform supporting collaboration and related activities. Yammer is the fastest-growing one (based on the interest from Gartner clients), mainly due to attracting end users directly through the freemium model and through the rapid development model, which is driven by user behavior data and which is now beginning to influence the development of other Office products.  

Cautions
: Microsoft needs to do more to distinguish between the roles of SharePoint and Yammer; it also must remove the overlaps and complexity in their deployment and use when used together, while avoiding "showstopper" gaps when SharePoint or Yammer are deployed independently. Another issue is that while the above can be done more easily with the SaaS products (that is, in the context of Office 365), this will be harder to achieve when mixing SharePoint on-premises with Yammer in the cloud — resulting in inconsistencies among deployment options and complications when it comes to upgrades or migrations.

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Die komplette Einschätzung finden Sie hier.

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