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Online Devisenhandel mit Microsoft SQL Server June 30, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Kosten, Microsoft, Referenz.
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Eine NextGeneration-Handelsplattform mit speziellen Tools zur intuitiven Bedienung und schnellen Auftragsausführung bietet CMC Markets seinen über 10.000 Kunden auf der ganzen Welt, die darauf via Browser aber auch via mobile App zugreifen und damit ihre Trades jederzeit und von überall platzieren können.

Bildnachweis: http://www.cmcmarkets.at/de/handelsplattform

Eine browser-basierte auch als mobile App verfügbare Handelsplattform auf Basis SQL Server

Dahinter steht ein hochverfügbares (24×7) und leistungsfähiges Rechenzentrum, das an zwei Standorten in London für den weltweiten Einsatz betrieben wird; basierend auf seiner service-orientierten Architektur und mit einer Trading Engine, die seit kurzem auf Microsoft SQL Server 2012 läuft.

Dazu Robert Palfi, System Engineer CMC Markets: „Wir haben Microsoft SQL Server 2012 lange und ausführlich getestet und vor rund eineinhalb Jahren, nach Erscheinen des Service Pack 1, ausgerollt. Entwicklungstechnisch betrachtet war die Umstellung von SQL Server 2008 auf 2012 mit sehr geringem Aufwand verbunden, da war kaum etwas zu tun für uns. Eine größere Herausforderung bedeutete die Umstellung bei der IT-Infrastruktur und -Operations von einem Mirror-System auf einen Always-On Cluster.“

Eine Umstellung, die nicht nur Vorteile im Bereich Administrierbarkeit, sondern auch im sehr den eventgetriebenen Handel besonders wichtigen Bereichen Performance und Datendurchsatz mit sich bringt. Dort kann es sein, dass das Handelsvolumen sprunghaft auf das Vielfache ansteigt und sekundenschnell abgearbeitet werden muss.

Die Vorteile mit SQL Server 2012

Robert Palfi fasst die Vorteile für uns zusammen: „Bei der alten Mirror-Lösung mussten wir zahlreiche Skripte selbst schreiben, um alle benötigen Funktionalitäten zu bekommen. Diese haben wir mit SQL Server 2012 jetzt out-of-the-box, was uns operational extrem geholfen hat. Auch die Verwaltung und Überwachung der Replikas ist deutlich einfacher geworden. Früher mussten wir eine eigene Failover-Lösung im Code implementieren, jetzt können wir beim Programmieren den Cluster direkt ansprechen, der das benötigte Routing selber übernimmt, inklusive der beiden Read-Only Instanzen. Stichwort Read-Only: die Möglichkeit der Read-Only Queries hat es im alten Mirror-System nicht gegeben. Sie ist vor allem bei datenintensiven Abfragen wichtig, um das Live-System nicht zu belasten.

Durch den gleichzeitigen Umstieg auf neue Storage-Systeme konnten wir auch in Bezug auf Performance eine Steigerung verzeichnen. Wobei es in vielen Prozessen vor allem um Konstanz geht. Deshalb ist das asynchrone, automatische Statisik-Update für uns so wichtig, da wir eher ein gleichmäßiges System benötigen, als auf Millisekunden getrimmte Query-Abfragen.“

CMC Markets besteht seit dem Jahr 1989 als Devisenbroker und startete 1996 die weltweit erste Online-Handelsplattform für den Devisenhandel. Seitdem hat sich CMC Markets zu einem der weltweit führenden Online-CFD-Anbieter mit über 26 Millionen ausgeführten Transaktionen pro Jahr entwickelt. Das Unternehmen ist im Asien-Pazifik-Raum, in Europa und in Nordamerika tätig.

Die Österreich Niederlassung von CMC

Die Österreich Niederlassung von CMC mit seinen rund 15 Mitarbeitern fungiert in dieser Konstellation als Technologielieferant und ist für zwei Bereiche der gesamten IT-Infrastruktur zuständig – den transaktionalen Bereich (Trades, Orders, Cash-Transaktionen) und die eher statische Produktdatenbank. Dazu Rainier Gruber, Trading Services Team Lead CMC Markets: „Wir sind Teil des Rechenzentrums in London, wo alle Daten liegen und die Services laufen. Wir liefern fertige Builds von Applikationen nach London, wo sie auf speziellen Testumgebungen vor dem Einsatz überprüft werden.“

Im Schnitt rollt das österreichische Team alle drei Monate einen neuen Build aus und betreut damit einen wesentlichen Teil der CMC Plattform, die rund um die Uhr zuverlässig laufen muss. Mit SQL Server 2012 fährt CMC einfacher und kostengünstiger als früher und hat in punkto Performance und Stabilität der gesamten Plattform viel gebracht.

 

 

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Cooles Lernen: Das WIFI OÖ setzt auf Surface-Tablets February 13, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Referenz, User-Experience, Wertschöpfung.
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Die Kommunikation zwischen WIFI, Trainern und Teilnehmern bildet ein mächtiges Dreieck, in dem sehr viel Interaktion passiert, die immer präziser und lückenloser elektronisch abgebildet werden muss. Kein Wunder, dass bei durchschnittlich 300 Kursen pro Tag und ca. 2.500 Trainern, die das WIFI OÖ beschäftigt, die Tage der papierenen Trainermappe gezählt waren.

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Surface Tablet mit App zur Kursbeurteilung und Anwesenheitserfassung

Gleichzeitig wurde nach einer Lösung mit minimalem Infrastrukturbedarf gesucht, da nur 15% der WIFI-Räumlichkeiten mit klassischen PCs und LAN-Verbindungen ausgestattet sind. Vor diesem Hintergrund“, so Siegfried Spiessberger, GF von Spiessberger-Partner, „haben wir uns entschlossen, mit 200 Surface Tablets, W-LAN-Technologie und spezifischen Apps die noch offenen Lücken der Desktop-Strategie zu schließen.“  Mit dem entscheidenden Mehrwert, dass damit nicht nur Anwesenheitserfassung und Kursbeurteilung in wenigen Fingertipps erfolgen kann, sondern die Trainer das Surface-Tablet als Multifunktionsgerät mit Beamerfunktion auch während des Kurses mit großer Begeisterung verwenden.

“Für uns”, ergänzt Ing. Mag. Franz F. Folkendt, Leiter Informatik in der WKOÖ, “sind die Surface-Tablets eine Universallösung, mit der wir Prozesse optimieren, Infrastruktur einsparen und unseren Trainern und Kunden einfachste Dateneingabe und höchsten Präsentationskomfort bieten.“

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Das Rack mit den immer “frischen” Surface Tablets für die WIFI-Trainer

Früher brachten die Trainer ihr eigenes Notebook mit. Jetzt reicht ein kleiner USB-Stick in der Jackentasche, denn an der Rezeption liegt ihr Surface Tablet für den Kurs bereit. Nach dem Kurs werden die Devices in ein eigenes Rack gesteckt, wo sie aufgeladen, automatisch mit einem neuen Image versehen und neu bereitgestellt werden.

So einfach, so schlank, so überzeugend.

Big Data doesn´t replace Big Ideas January 22, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Fun, Studien, Trends.
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Alle erwarten für 2014 den großen Durchbruch bei Big Data und übersehen dabei gerne ihre Probleme, die sie mit Small Data noch immer nicht im Griff haben. Tom Fishburne zitiert in seinem Blog Matt Asay, der über eine aktuelle Gartner Studie folgendes schreibt: “it seems that they’ve allowed the hype around Big Data to both motivate them to start but also confuse them as to where they should go.”

Es scheint so, als ob sich unter der Hand hat sich die Fragestellung verschoben hätte. Entscheidend ist nicht mehr, wie man zu den Daten kommt. Entscheidend ist immer noch, was man damit tut.

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Cartoon by tom fishburne

Was Kunden denken und umsetzen: Top Trends 2014 January 10, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Dynamic_Systems, Innovation, Kosten, New World of Work, Referenz, Trends, User-Experience, Wertschöpfung.
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Susan Hauser, Corporate Vice President, Worldwide Enterprise and Partner Group, Microsoft, hat in einem Blogbeitrag die Themen in 5 Schwerpunkten zusammengefasst, die Kunden und Partner weltweit berühren.

1) Das “Internet der Dinge” wird real. Und das in Personalunion mit Big Data. “There’s more data crossing the Internet every second than existed on the Internet in total 20 years ago. And now, as customers deploy more sensors and devices in every part of their business, the data explosion is just beginning. This concept, called the “Internet of Things,” is a hot topic among my customer conversations.” Als Beispiel nennt Hauser den intelligenten OP im Siloah St. Trudpert Klinikum in Deutschland und markiert damit den springenden Punkt. Real wird das Internet der Dinge dann, wenn wir in der Lage sind, präzise zu bestimmen, welche Dinge miteinander kommunizieren sollen und zu welchem Zweck.

Die Frage ist, wie Unternehmen als Antwort auf die Datenflut diese intuitiven Strategien entwickeln, die ihnen sagen, welche Daten sie verwenden und welche sie ignorieren. Das hat mit Erwachsenwerden und mit der Einsicht zu tun, dass Big Data uns nicht davon entlastet zu selektieren.

2) Mobilität wird neu gedacht (Reverse BYOD). Wir sehen jeden Tag, dass die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit immer durchlässiger werden. Und gleichzeitig immer mehr Menschen unterschiedliche Devices im Einsatz haben und in ihrer Arbeit nicht mehr auf den klassischen Desktop PC angewiesen sind. Forrester geht davon aus, dass mittlerweile 80 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen einen Teil ihrer Arbeit außerhalb des Büros erledigen und 30 Prozent höchst mobile Wissensarbeiter sind, die überhaupt keinen festen Arbeitsplatz mehr haben. “We used to call this trend “bring your own device” or “BYOD.” But now we’re seeing the reverse. In my conversations with customers, business-ready, secure devices are getting so good that organizations are centrally deploying mobility solutions that are equally effective at work and play.”Als Beispiel dient Delta Airlines, die gerade 19.000 Flugbegleiter mit Nokia Lumia 820 und 11.000 Piloten mit Surface Devices ausgestattet haben; und das Ganze noch dazu als Sparmaßnahme sehen, die 11 Millionen Dollar im Jahr bringen soll.

3) Enterprise Social wird erwachsen. Es ist nicht allzu lange her, da haben CIOs noch die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, wenn sie Social Media hörten. Von Risiko war die Rede und von Produktivitätsverlust. “However, today I have a conversation on enterprise social in almost every meeting. Business differentiation for many customers comes from the ability to quickly respond to changing customer sentiment in a meaningful way. This requires enabling employees at all levels of the organization to have an accurate pulse on the business with tools that allow deeper connections with each other and customers.” Als Beispiel dient Red Robin, ein global agierender Burgerladen, der mit Yammer und direkten Feedbackschleifen dem Kundenservice ein neues Gesicht gibt.

Auch hier geht es also um Erwachsenwerden und neues Leadership. Die Tools und Technologien wie Yammer stehen vor der Tür. Entscheidend wird sein, was wir unternehmenskulturell voraussetzen und an Wirkungen einplanen.

4) Neue Cloud Business Modelle entstehen. Die Frage rund um die Cloud betrifft nicht mehr das OB, sondern das WANN. “Initially driven by the need to reduce costs, many enterprises saw cloud computing as a way to move non-critical workloads such as messaging and storage to a more cost-efficient, cloud-based model. However, the larger benefit comes from customers who identify and grow new revenue models enabled by the cloud.” Die dazugehörige Case Study liefert Atea, ein IT-Infrastrukturspezialist, der über die Cloud sein Asset-Management auf neue Beien stellt.

Es ist kein Zufall, dass die neue Welt der Arbeit und Cloud Computing beinahe zeitgleich zu entscheidenden Motoren unserer Business-Realität werden. Auf der einen Seite die Idee einer weitgehend automatisierten, pulsierenden Infrastruktur, die in der Lage ist, uns überallhin zu folgen; die keine Belastung ist – für den Anwender, der sie mitschleppen oder für die IT-Abteilung, die sie kreditfinanzieren muss –, sondern Motor, der das Business vorantreibt, indem er die Services schnell und punktgenau dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Ohne Overheads und quasi auf Knopfdruck. Auf der anderen Seite die neue Welt der Arbeit, in der Mitarbeiter einen Grad an Mobilität und Freiheit leben können, wie niemals zuvor. Auch, weil sie von stupiden (immer wiederkehrenden und dadurch automatisierbaren) Tätigkeiten zunehmend freigeschaufelt sind. Denn im Unterschied zur Industriearbeit besteht Wissensarbeit eben nicht in Routineaufgaben, sondern darin, dass der Einzelne in unterschiedlichen Situationen die Informationen, die ihm zur Verfügung stehen, intelligent verarbeitet und seine Handlungsspielräume kreativ nutzt. Dazu braucht er Devices und Services, auf die er plattformübergreifend und ortsunabhängig zugreifen kann.

5) Unvergessliche Momente für den Kunden werden geschaffen. Unternehmen wollen heute wissen, wie sie Daten, Technologien und Business-Modelle bestmöglich nutzen können, um ihre Kunden noch besser zu bedienen. “With consumers being far more enlightened, informed and connected these days with instant access to information and social channels, businesses need to step up their level of service and support to match the growing needs of the empowered customer.” Das CRM-Projekt dazu liefert Pandora, eine Juwelierkette, die seine Exponate extrem nahe am Kunden poliert.

Übrigens: Die Idee, den Kunden glücklich zu machen bzw. ihm unvergessliche Momente zu liefern, geht weit über das hinaus, was findige Sales-Manager noch vor Jahren verkündeten. Wie weit, sagt uns Josh Bernoff, Forrester Research: “To succeed with empowered customers, you must empower your emplyees to solve customer problems.”

Gefangen im Glaskäfig January 7, 2014

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Competition, Innovation, Trends.
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Am 2. Jänner 2014 schreibt Adrian Lobe in einem bemerkenswerten Artikel in der Wiener Zeitung über “Geheimnis und Gesellschaft” folgendes:

“Aufklärung und Geheimnis sind kein Nullsummenspiel. Das eine bedingt das andere. Es ist die Ironie der Geschichte, dass die libertäre Netzbewegung gerade jenen Zustand befeuert, vor dem sie immer warnen: den gläsernen Bürger. Die totale Transparenz mündet in einer dystopischen Gesellschaft. Wo nichts mehr geheim ist, ist alles offen. Staat und Bürger sind durchschaubar. Dabei hat jeder Bürger etwas zu verbergen – ohne sich gleich des Verdachts des Kriminellen ausgesetzt zu sehen. Wo er sich aufhält, mit wem er spricht, welche Krankheiten er hat. Das geht niemanden etwas an. Das Fernmeldegeheimnis, auf das sich die Datenschützer gerne berufen, setzt dem Staat das entgegen, was sie an ihm kritisieren: das Geheimnis. Wer die Privatsphäre verteidigen will, der muss auch das Geheimnis schützen. Es ist das letzte Refugium, in dem Staat und Bürger ihre Integrität wahren können.”

Wenige Tage später erfahre ich bei Nicholas Carr, dass Google im Dezember 2013 Boston Dynamics gekauft hat, eine Firma, die unter anderem für die Entwicklung von “BigDog” verantwortlich zeichnet. Lassen Sie sich nicht durch den unsicheren Schritt täuschen. Das ist bei allen Neugeborenen so. Und ist in diesem Fall schon 5 Jahre her.

Was diese Dinge miteinander zu tun haben? Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jedes Geheimnis verbannt wäre. Liebende einander nichts mehr verschweigen, weil sie alles über den anderen wissen. Künste nicht mehr die Magie des Unerklärlichen haben. Die Wissenschaft die höchste und alleinige Wahrheit repräsentiert. Und wir an allen Ecken und Enden erschlossen auf die In-Formationen von außen warten. Eine solche Welt wäre wohl das perfekte Biotop für BigDog und seine Freunde.

Es ist wohl kein Zufall, dass Nicholas Carr sein neuestes Buch “The Glass Cage: Automation and Us” nennt und dabei auf folgende Abbildung verlinkt.

Big Data auf österreichisch November 13, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Microsoft, Studien, Trends, Wertschöpfung.
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Laut Marktforscher IDC werden bis 2015 rund 15 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Und all diese Geräte interagieren untereinander und produzieren fortwährend Daten. Vom Anbeginn der Menschheit bis 2003 wurden insgesamt zwei Exabyte an Daten generiert – die gleiche Menge entsteht heute in zwei Tagen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich immer mehr Unternehmen die Frage stellen, wie sie diese Daten für ihre Zwecke nutzbar machen können. Erstaunlich ist dagegen das Ergebnis einer EMC-Umfrage, nach dem 68 Prozent der befragten IT-Entscheider überzeugt sind, dass Entscheidungen in ihren Unternehmen durch eine bessere Nutzung von Daten leichter getroffen werden, jedoch in nur 31 Prozent der Unternehmen die Führungsebene bei wichtigen Entscheidungen auf Big Data vertraut. Obwohl 77 Prozent der Befragten das Budget als den wichtigsten Faktor für geschäftspolitische Entscheidungsprozesse nennen, wurde als häufigstes Hemmnis für die Einführung von Big Data das Fehlen eines klaren Geschäftsmodells oder ROI (33 Prozent) angeführt.

Man weiß um die Möglichkeiten, ist jedoch nicht bereit, sie zu realisieren.
Dass das kein österreichisches, sondern möglicherweise ein europäisches Phänomen ist, meint Viktor Mayer-Schönberger, Salzburger Professor an der Oxford University – und das obwohl der Kampf um Big Data bereits voll entbrannt ist. Es geht um Mustererkennung (den Roman dazu gibt es von William Gibson) und um die Fähigkeit, “Informationen so zu nutzen, dass daraus neue Erkenntnisse, Güter und Dienstleistungen gewonnen werden.” Das Problem: “Während sich in den USA ganze Industrien auf die Datenberge stürzen, ihre IT-Technologie nachrüsten, der Staat öffentlich zugängliche Daten gratis zur Verfügung stellt und die Start-up-Szene massiv finanziell gepusht wird, befindet sich Europa in der Warteschleife. Es wurde von der EU einmal eine Milliarde € in eine Suchmaschine investiert, dann in Internetprojekte, dann wurde es wieder abgedreht. Wenn man in Europa öffentlich zugängliche Daten KMU und Start-ups kostenlos zur Verfügung stellen würde, wäre schon viel geholfen.”

Geholfen wäre vielleicht auch, wenn Sie sich am 25.11. in Wien die Science Busters geben und “ganz nebenbei” das Wichtigste rund um das neue Microsoft Cloud OS und Big Data abholen. Zur Anmeldung geht´s hier: www.microsoft.at/bigdata

Big Data – wer weiß, wie es geht? November 5, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Dynamic_Systems, Interviews, Wertschöpfung.
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„Die Informationsgesellschaft hat in dem Moment begonnen, in dem klar war, dass zu viel Information da ist. Eine der neuen Grundbedingungen der digitalen Welt heißt Big Data“, schreibt Peter Glaser in seinem Zukunftsreich-Blog auf der Futurzone. Und ebenfalls in einem Futurzone-Blog findet sich ein Zitat von DJ Patil, einem kalifornischen Datenwissenschaftler der Investment-Firma Greylock Partners: “Big Data ist wie Sex bei Teenagern – alle reden darüber, aber keiner weiß, wie es geht.”

Wir sprachen mit Georg Droschl, Big Data-Spezialist bei Microsoft Österreich, über den Status quo: Wo steht Big Data und wo will es hin?

 

Droschl_2BusinessReadyblog: Herr Droschl, wir haben letztes Jahr an der einen oder anderen Stelle bereits über Big Data geschrieben und auf die enormen Potenziale dieser Entwicklung aufmerksam gemacht, wenn es darum geht Wendigkeit, Kundennähe und Wertschöpfung in Unternehmen auf eine neue Stufe zu heben. Was hat sich seitdem getan? Die IT-Magazine sind voll davon und trotzdem hat man den Eindruck, dass das Thema nicht so richtig vom Fleck kommt.

Georg Droschl: Durch Big Data eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten, die nicht so einfach zu fassen sind. So werden neue Aufgabenbereiche wie die Rolle des Data Scientist entstehen. Unternehmensbereiche wie Marketing oder Kundendienst werden bald anders aussehen. Ganz zu schweigen von Anwendungen rund um das „Internet der Dinge“, die den Menschen bei seinen Tätigkeiten so unterstützen werden, dass er es gar nicht merkt. In der Praxis schaut es so aus, dass wir heute zum einen Vorreiter haben, die erste Erfolge mit Big Data verzeichnen und andere, die noch in der Orientierungsphase sind und sich überlegen, was Big Data für sie bedeuten könnte?

BusinessReadyblog: Ein konkretes Beispiel?

Georg Droschl: Das Monitoring von Social Media ist einer der bekannten Anwendungsfälle. Ich suche mir zB für Twitter eine Reihe von Hashtags aus und bekomme in Echtzeit Rückmeldung auf meine Kampagne und was das Internet bewegt.

BusinessReadyblog: Ok, aber da gibt es auch jene, die meinen, dass das alles alter Wein in neuen Schläuchen ist. Wo ist die Grenze zu Business Intelligence zu ziehen?

Georg Droschl: Der Übergang zwischen Business Intelligence und Big Data ist sicher fließend. Durch neue technische Möglichkeiten sind neue Anwendungsfälle umsetzbar. Entscheidender aber ist, dass der Zugang zu diesen neuen Möglichkeiten einfacher wird. So kann jedermann in natürlicher Sprache Fragen stellen und der entsprechende Bericht wird vollautomatisch erstellt.

BusinessReadyblog: Reden wir jetzt über BI oder übr Big Data? Wo ziehen wir die Grenze?

Georg Droschl: Was wir bei beiden haben ist eine Demokratisierung des Zugangs. Was früher Experten vorbehalten war, ist jetzt für viele möglich. Einfach aus dem Grund, weil der User nur mehr für die Fragen zuständig ist und die Reports und Analysen vom System gebaut werden. Hilfreich für eine Unterscheidung sind die 3 Vs von Big Data: Velocity, Variety und Volume. Es geht also nicht nur um große Datenmengen (Stichwort: Volume), es geht auch darum, dass wir diese heute in Echtzeit verarbeiten können (Stichwort: Velocity). Und – was oft übersehen wird, wenn man von Big Data spricht – es geht um eine neue Datenvielfalt, die durch Big Data möglich wird (Stichwort: Variety). Das heißt, dass wir heute alle möglichen Daten – egal, ob strukturiert oder unstrukturiert, egal, ob innerhalb oder außerhalb der Unternehmens-Firewall – für unsere Datenanalysen heranziehen können. Wenn diese 3 Vs zusammenkommen, sprechen wir von Big Data.

BusinessReadyblog: Warum wurden bislang oft nur konventionelle Datenquellen angezapft, also quasi Daten hinter meiner Firewall?

Georg Droschl: Weil der Zugriff auf Marktdaten und Unternehmensdaten ein grundsätzlich anderer war. Heute stehen genau diese Werkzeuge zur Verfügung, um eine vollständige Sicht auf unterschiedlichste Daten zu haben. Ich denke, dass wir gerade bei der Auswertung von unstrukturierten Daten in Zukunft sehr interessante Anwendungsfälle kennenlernen werden.

BusinessReadyblog: Stichwort Zugänglichkeit von Daten und Datenschutz. Hat das Thema Big Data durch die NSA-Geschichte Gegenwind? Und was hat Big Data mit OpenData zu tun?

Georg Droschl: Ich hoffe nicht, dass Big Data und die kolportierten Aktivitäten der NSA gleichgesetzt werden. Die Rahmenbedingungen in Punkto Datenschutz sind unbedingt einzuhalten, das gilt natürlich auch für Anwender von Big Data. Big Data Initiativen sollen alle Datenquellen berücksichtigen, die einen hohen Mehrwert für das Unternehmen haben. Eine mögliche Klassifizierung ist (1) Dark Data – Daten im Unternehmen, die derzeit ungenutzt sind, das könnten eMails oder Daten in Content Management Systemen sein; (2) New Data – Daten die bisher nicht gespeichert sind, etwa dass neben der aktuellen Kundenadresse auch alle früheren gespeichert werden, um das Kundenverhalten besser zu verstehen; eben (3) Open Data – mit Datenquellen wie Bevölkerungsentwicklung und andere demographische Daten, oder Wetterdaten; und (4) External Data – Daten die von anderen Unternehmen aggregiert bereitgestellt werden.

BusinessReadyblog: Ein weiterer Hype oder Megatrend in diesem Zusammenhang ist Cloud Computing. Wie sieht die Verbindung von Big Data und der Cloud aus?

Georg Droschl: Ich finde die Kombination von Big Data und Cloud Computing spannend, um rasch und kostengünstig zu beliebig großen IT-Ressourcen zu kommen. Zuerst muss ich mir aber mal überlegen, welche Vorteile die Konzepte mit sich bringen: Mit Cloud Computing beziehe ich Dienste für Dinge, um die ich mich sonst hätte selbst kümmern müssen. Wenn ich beispielsweise auf „Database-as-a-Service“ setze, dann erhalte ich eine fertige Datenbank und brauche mich nicht mehr um die darunterliegende Hardware, die Installation der Datenbanksoftware, etc. kümmern. Auf der anderen Seite bietet Windows Azure Zugang zu Infrastrukturen, die sonst Google vorbehalten waren. Denn mit dem HDInsight Service steht für jedermann eine Hadoop-Umgebung bereit, um mit Hilfe des MapReduce-Prinzips auch extrem große Datenmengen zu analysieren.

BusinessReadyblog: Es gibt die Aussage, Austria ist „too small for Big Data“. Wie siehst du das?

Georg Droschl: Eine polarisierende Aussage, die aufgrund des oben Gesagten eigentlich schon entkräftet ist. Weil die eindimensionale Gleichsetzung von Big Data und großen Datenmengen eben zu kurz greift und dabei 2 entscheidende V-Fragen auf der Strecke bleiben. Wie schnell kann ich auf Gegebenheiten wie das Wetter reagieren? Und wie kann ich die Vielfalt der prinzipiell verfügbaren Information in Abläufe wie Planung oder Kundenansprache integrieren? Wenn wir die Unternehmensfirewalls verlassen, ist Österreich groß genug. Das garantiere ich dir!

BusinessReadyblog: Microsoft hat vor kurzem sein neues Cloud OS vorstellt. Kannst du die Idee kurz auf den Punkt bringen?

Georg Droschl: Am Anfang der Initiative Cloud OS stehen die großen IT-Trends – wie immer mehr Devices, mehr Cloud Dienste und eben Big Data. Daran orientiert sich die Microsoft Produktstrategie. Die Verbindung zwischen den Trends und den einzelnen Produkten erfolgt durch Lösungsthemen – wir nennen Sie hier „Conversations“ – wie die personenbezogene IT, das moderne Rechenzentrum, moderne Business Applikationen und Big Data.

BusinessReadyblog: Wo können Interessierte mehr zu den Themen Big Data und Cloud erfahren?

Georg Droschl: Am 25.11. in Wien. Wir zeigen dort die neuesten technischen Möglichkeiten und vielfältige Anwendungsfälle von Cloud OS und Big Data.  Anmelden kann man sich unter www.microsoft.at/bigdata

Danke für das Gespräch.

Was ist revolutionär an Enterprise Social? October 25, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Innovation, New World of Work, Studien, Wertschöpfung.
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In einem aktuellen Whitepaper: The Rise of Enterprise Social findet sich auf Seite 5 ein ziemlich wuchtiger Satz, dem eine ziemlich wuchtige Headline vorangeht: WELCOME TO THE SOCIAL ENTERPRISE REVOLUTION heißt es da – neben einem gelben Wollknäuel, das aussieht wie eine Sonne.

Social technologies, combined with data analysis and mobile technologies are significantly enhancing an organization’s ability to be responsive to market changes and will enable employees to work on the tasks that most benefit the company at any given point in time. In the near future, companies utilizing enterprise social software will be able to spot trends, provide information to thier employees in context, and leverage the wisdom of the organization to rapidly complete tasks and surface previously hidden pockets of valuable information.

Alles klar? Mitnichten! Zu überladen und zu sehr in der alten Denke verhaftet! Sprachlich – und damit leider meistens auch gedanklich – wird die Revolution jedenfalls verschoben.

Ok, was haben wir? Wir haben Soziale Technologien im Verein mit Datenanalyse und mobilen Technologien die Agilität (d.i. die Fähigkeit auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren) von Unternehmen dramatisch erhöhen und gleichzeitig den Menschen in ihnen ermöglichen, sich auf ihre Aufgaben zu fokussieren. Mit dem Effekt, dass solche Unternehmen Trends schneller erkennen, relevante Informationen punktgenau bereitstellen und so das Wissen, das in der Organisation vorhanden ist, besser auffinden und nutzen können, um Aufträge schneller abzuwickeln.

Klingt nach Eier-legender-Wollmilchsau, wie immer, wenn man zu viel reinstopfen will in einen Begriff – auf die Gefahr hin, dass es ihn zerreißt, wie viele andere, zu sehr gehypten Wortschöpfungen vor ihm. Versuchen wir es kürzer und ein wenig freier.

Vielleicht bedeutet Social Enterprise nichts weiter, als dass Zusammenarbeit, Mobilität und Business Intelligence vor dem Hintergrund von Social Media zusammengedacht werden – und zwar dergestalt, dass Unternehmen sich zu lernenden und pulsierenden Systemen entwickeln. Das heißt, dass wir die neuen Möglichkeiten der Kommunikation mit Kollegen und Kunden nutzen, einen neuen Umgang miteinander pflegen, Informationen anders verarbeiten und weitergeben, uns die Freiheit nehmen, ortsunabhängig zu arbeiten und dabei selbstverantwortlich unsere eigene Kreativität und Produktivität nicht aus den Augen verlieren.

Das ganze riecht jedenfalls sehr nach Kulturverschiebung. Und Mark Fidelmann, der Autor dieses Whitepapers, gibt mir recht, indem er bei den 4 Building Blocks eines funktionierenden Enterprise Social Networks die “Kultur” an erster Stelle sieht, noch vor Analytics, Social und Technology.

Where the prevailing culture preaches control by the commanding executive and obedience by the employee, what’s needed is a culture that stresses openness and experimentation, and emphasizes the necessity of community. To stay relevant, organizations need to move toward a new business culture, one informed by purpose, mission, objectives, and the business environment, both economic and social. A culture where executives make it comfortable to communicate issues, where employees feel it’s acceptable to fail fast, to share knowledge in hopes of having people improve upon it, where becoming an expert and helping others is encouraged. Enterprise social cultures using enterprise social networks allow you to constantly ask: “What’s really important here?” and “Is our current plan effective?”

Das Revolutionäre an der Sache könnte sein, dass wir Mobilität nicht mehr als Bewegungssucht, Wissen nicht mehr als Informationsattacke und Community nicht mehr als Meeting-Inflation erleben. Das Revolutionäre könnte sein, wenn wir beginnen, in den weichen Faktoren die harte Währung des Social Business zu erkennen.

Case Study: Unified Communication meets Social Enterprise October 22, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, New World of Work, Referenz, Trends, User-Experience.
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Nehmen Sie einen Billard- oder einen Pokertisch. Und denken Sie an Ihr Unternehmen, wenn Sie diese Vielfalt an Menschen sehen. Die Idee des Social Enterprise besteht unter anderem darin, die unterschiedlichen Menschen, die sich hier versammeln, produktiv miteinander arbeiten bzw. kommunizieren zu lassen. Dazu braucht man andere Tools wie das klassische E-Mail, das durch seine Informationsüberflutung Kommunikation im Unternehmen eher diskreditiert als weiterbringt, wie sich Erich Schuster, CIO bei den Österreichischen Lotterien und Casinos Austria, an die Anfänge des

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Projekts zurückerinnert: „Schnelles, präzises Kommunizieren, das nicht von der Arbeit abhält, sondern Teil und Motor für die Zusammenarbeit ist, sieht anders aus, das war uns allen klar. Gleichzeitig sahen wir, wie viel wertvolle Zeit im Unternehmen damit zugebracht wurde, nach Dokumenten und Projektprotokollen zu suchen, die in persönlichen Mail-Ordnern vor sich hindämmerten.“

Die gemeinsam mit Solvion, dem ersten Microsoft Yammer Partner in Österreich, konzipierte Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass Kommunikation und Kollaboration in neuer Weise zusammengedacht werden. Jeder Mitarbeiter erhält seinen persönlichen Einstieg in das Kommunikationsportal und kann dieses Cockpit persönlich gestalten. Dieser zentrale Einstiegspunkt (Mybox) liefert den Mitarbeitern alles, was sie zum Arbeiten brauchen – wobei Mail und Kalender nur mehr Informationsbestandteile unter anderen sind, wie eine Aufgabenübersicht, abonnierte Feeds zu Projekten, ein persönliches Skydrive-Laufwerk, ein eigener Feed zu neuen Mitarbeitern oder eine zentrale Suche.

Zur Erhöhung der Usability sind die Angebote auf drei übersichtliche Säulen aufgeteilt: 1) Eine Infobox, in der man die Unternehmensnachrichten findet, die man aus klassischen Intranets kennt. 2) Eine Teambox für die tägliche Zusammenarbeit in Projekten und Arbeitsgruppen, wobei die Projektseiten sehr einfach angelegt werden können und wirklich die gesamte Projektkommunikation abdecken; damit auch neue Mitarbeiter, die ins Projekt stoßen, schnell im Bild sind. Und schließlich 3) die Toolbox, über die man zum Beispiel die Genehmigungsprozesse für ein neues Gewinnspiel auf Basis SharePoint-Technologie abbilden und strukturiert abwickeln lassen kann.

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Dazu Klaus Schwaberger, CTO bei Solvion: „Das Neue an diesem Portal mit seinen Self-Serivce-Projektbereichen ist, dass wir nicht nur für eine zentrale Ablage sorgen (mit Versionierung und allem, was dazugehört), sondern die Newsfeeds viel granularer, das heißt auf Projektebene, gestalten. Also dort, wo sich die Produktivität eines Unternehmens entscheidet. Damit entlasten wir den E-Mail-Verkehr, weil Dokumente nicht mehr an 10 Personen in cc herumgeschickt werden müssen und stellen gleichzeitig sicher, dass man Feeds auch einfach wieder stornieren kann, wenn man aus einem Projekt aussteigt. Und schließlich fördern wir eine Kultur des aktiven Folgens und nicht mehr eine des passiven Mitlesens.“

Ein Zeichen, dass diese kulturelle Transformation gelingt, ist für Erich Schuster, „wenn der Blick auf die aktuellen Newsfeeds und Konversationen in der Mybox zu einem Ritual wird. Weil es letztendlich nicht nur darum geht, den Austausch von Informationen und Erfahrungen zu fördern, sondern auch darum, über den eigenen Schreibtischrand, Abteilungsrand, Unternehmensrand hinauszuschauen.“ Ein situatives Meeting, das in der Zentrale einfach ist, bedarf zwischen Linz und Bregenz der technologischen Unterstützung.

Wichtig für Erich Schuster ist, dass Technologie für Optionen sorgt und nicht für Zwänge: „Mit unserer neuen Lösung, die Kommunikation und Kollaboration nahtlos verbindet, ist es möglich, dass sich zum Beispiel die Gaming-Manager von Linz, Bregenz und Wien auf einer virtuellen Plattform treffen und ihre Erfahrungen austauschen, ohne sich in endlosen Mail-Schleifen zu verstricken. Ob sie das auf der Kollaboration-Plattform tun, im Chat oder als Video-Konferenz ist ihre Entscheidung. Wichtig ist, dass wir mit jeder gelungenen Interaktion als Unternehmen mehr zusammenrücken.“

Die Erfahrungen in der Pilotphase geben jedenfalls allen Grund zur Hoffnung. Nach nur wenigen Monaten zählt das neue Portal bereits 500 aktive User. Die Welle ist ins Rollen gekommen, vor allem in den kleineren, spontan einberufenen Quick-Teams, die als eine Art Probebühne fungieren. Und so scheint auch Erich Schusters Ziel, bis zum Ende des Jahres alle ca. 1.000 potenziellen User auf die SharePoint Plattform zu bringen, als nicht verwegen – zumal die Richtungsvorgabe nicht nur nach innen weist:

Es geht uns auch darum, die Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe zu nutzen und als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Da kommt eine Generation in die Unternehmen hinein, die den Umgang mit unterschiedlichen Kommunikations- und Kollaborationstools voraussetzt.“

Womit wir eigentlich wieder beim Anfangsbild wären: Gewinnen wird der, der Vielfalt als Stärke begreifen lernt.

Die komplette Referenz finden Sie übrigens hier

Social Enterprise: Die Grenzen verschwimmen September 26, 2013

Posted by Wolfgang Tonninger in Business, Business_Intelligence, Dynamic_Systems, Innovation, New World of Work, Studien, Trends, Wertschöpfung.
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Wissen entsteht durch Kommunikation und nicht im stillen Kämmerlein. Und Kommunikation verlangt Vernetzung. Nicht mit allem und jedem, sondern mit dem, was einem weiterbringt. Deshalb rücken Wissens-, Kommunikations- und Kollaborationstools immer mehr zusammen, wie jüngste Entwicklungen bei Project 2013, Lync 2013 oder SharePoint 2013, aber auch die Akquise von Yammer zeigen, womit Microsoft Facebook-Kulturtechniken für ein professionelles Umfeld nutzbar macht.

Das honoriert auch die renommierte Gartner Group im aktuellen Magic Quadrant für „Social Software in the Workplace“, wo Microsoft als tonangebend im Leader Segment positioniert wird – einem Markt, der mit Wachstumsraten von 13,4 % verwöhnt. Wohlgemerkt: Hier geht es, wie Gartner betont, nicht um Speziallösungen, sondern um grundlegende, integrative Zugänge, wie Kooperation und Wissensarbeit im Unternehmen gefördert wird. Deshalb sieht Gartner Yammer auch als „Social Layer“ der nicht nur SharePoint, sondern auch andere wichtige Teile der Microsoft Plattform – wie Lync und Outlook/Exchange – einbindet.

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Yammer bringt Facebook-Feeling in den Unternehmensalltag

Genauso wenig wie Innovation heute nicht mehr der R&D-Abteilung in Unternehmen vorbehalten ist, genauso wenig ist Social Media heute an bestimmte Apps gebunden. Die Kanäle und Formfaktoren sind vielfältig und Mischformen an der Tagesordnung. Das verlangt im Hintergrund ein hohes Maß an Integration und Management und vom Anwender, dass er die neuen Angebote auch intelligent zu nutzen weiß. Dass er weiß, wann ein Email-Verteiler Sinn macht und wann ein Chatdialog oder ein Pinnwandeintrag.

Technologien implementieren ist zu wenig

Dafür reicht es nicht aus, Social Media Technologien zu implementieren und zu glauben, dass der Rest von allein passiert. Es geht darum, die neuen, damit verbundenen Kommunikations- und Verhaltensweisen zu verstehen und davon ausgehend neue Businessmodelle zu entwickeln, die – wie Stephen Barker andeutet – in der Lage sind, die Brücke zwischen Produktivität auf der einen und Innovation auf der anderen Seite zu schlagen: „The challenge in social media, as in the rest of the jumbled and crowded world of information, is to zero in on the valuable stuff, where the richest connections lurk, where the freshest ideas are streaming, where innovation is most likely to occur.”

Für CIOs bedeutet das, dass ihre Aufgabe weit darüber hinausgeht, den Consumerization-Trend zähneknirschend zu begleiten oder auf Druck neue Devices in das Unternehmensnetz zu integrieren. „Business model innovation is the new contribution of IT”, wie es Werner Boeing, CIO von Roche Diagnostics, [1] formuliert: “People believe that IT is about technology, but it’s really a behavioral science – understanding the behaviors of your company’s staff, leaders, and customers.”

Nur wer das Prinzip der Co-Creation ernst nimmt, wird sich in diesem Umfeld behaupten. Denn viral werden Inhalte erst dann, wenn sie von anderen aufgegriffen, angereichert und weitergereicht werden. Eine Facebook-Seite ist schnell aufgesetzt. Doch was dann? Nichts dann! – wenn damit nur das prolongiert wird, was man immer schon betrieb – trichterförmige Einwegkommunikation; und man nicht merkt, dass der Kunde auf diesem Ohr bereits taub ist. Was nutzen die Unmengen an Informationen, die an den Kundenschnittstellen anfallen, wenn die soziale Fertigkeiten, die eine Kultur des kollaborativen Miteinander erst ausmachen, nicht ausgebildet sind? Wenn man vor lauter Auswerten-Wollen (Stichwort: BigData) auf die Interaktion vergisst? Wenn man den Informationsvorsprung errechnet, bevor man noch richtig mit dem Kunden kommuniziert hat?

In diese Kerbe schlagen aktuelle Studien[2] wie die von Forrester Research mit dem Titel The Social CIO. Sie hält fest, dass Unternehmen noch weit von dem entfernt sind, was ein Social Business ausmacht. Weil sie zu sehr um den Shareholder Value zu kreisen und sich nicht auf das konzentrieren, was Sache ist: den Customer Value – wie Irvin Wladawsky-Berger in einem pointierten Kommentar zur Studie anmerkt: “This renewed focus on customer value, customer service and customer experiences is what becoming a social business is all about. Many companies are still struggling with this major cultural transition. For the past few decades, process reengineering, productivity improvements and cost reductions have been the most prominent features of their company’s culture. These are hard, quantitative, measurable, task-oriented management competencies, focusing on technology, logistics, operations and controls. Customer value is different. It requires a complementary set of management competencies, much softer or people-oriented in nature, including a focus on human capital, strategy, decision making, innovation and social skills.”

Die Herausforderungen für das Management

Wohlgemerkt: hier geht es nicht um Tools und die Frage, ob Blog oder Wiki oder Twitter oder Facebook. Hier geht es um die Frage, wie man an den Schnittstellen zwischen mündigen Mitarbeitern und mündigen Kunden eine granulare Wertschöpfung forcieren kann. Entscheidend ist, dass beide Seite ermächtigt sind, diese vielfältigen und sich ständig neu erfindenden Interaktionen zu gestalten, wie Josh Bernoff von Forrester Research betont: „To succeed with empowered customers, you must empower your employees to solve customer problems.“[3]

Dazu braucht es Unternehmen, die bereit sind, im Inneren und nach außen authentisch zu kommunizieren. Und das nicht nur in eine Richtung und mit Megaphon, sondern der Situation angepasst und mitunter lauschend. Wenn das Web 2.0 ein Zuhörweb ist, dann ist das Enterprise 2.0 ein Zuhörunternehmen. Das verlangt auch die Verabschiedung klassischer Managment-Prinzipien, die sich um Planung, Organisation und Kontrolle drehten und die Ausbildung von modernen Leadership-Kompetenzen, mit denen solche Veränderungsprozesse feinfühlig zu begleiten sind. Die neuen Tugenden heißen Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und Inspiration.

Willkommen im Social Enterprise.

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[1] Im Buch von Martha Heller The CIO Paradox. Battling the contradictions of IT Leadership

[2] Eine andere Studie von McKinsey sieht vor allem die Social Media Potenziale innerhalb der Unternehmen noch gar nicht ausgereizt: „While 72 percent of companies use social technologies in some way, very few are anywhere near to achieving the full potential benefit. In fact, the most powerful applications of social technologies in the global economy are largely untapped. Companies will go on developing ways to reach consumers through social technologies and gathering insights for product development, marketing, and customer service. Yet the McKinsey Global Institute (MGI) finds that twice as much potential value lies in using social tools to enhance communications, knowledge sharing, and collaboration within and across enterprises.“

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